Maroder Zustand der Wallstraßenbrücke wird deutlich

Brücke hat Abriss wirklich nötig

Bei Abrissarbeiten an der Wallstraßenbrücke in Ulm ist am Mittwoch ein großes Betonteil auf die Gleise gestürzt. Der Vorfall ereignete sich gegen 12 Uhr.

Eine Sicherungsöse riss aus dem maroden Beton. Das tonnenschwere Stück riss mehrere Oberleitungen der Bahn mit sich. Verletzt wurde bei dem Zwischenfall niemand.

Eigentlich war es ein Routinevorgang. Ein Seitenteil der Brücke sollte entfernt werden. Arbeiter bohrten Ösen in den Beton. Daran wurde das Bauteil an einem Kran befestigt. Betonsäger schnitten das Stück dann aus der Brücke heraus. Plötzlich riss eine der Ösen aus dem porösen Material.

Das sieben Tonnen schwere Betonteil kippte sofort nach unten. Es pendelte kurz und riss sich dann komplett los. Zuerst stürzte es in ein großes Fangnetz. Dieses war extra für solche Fälle gespannt worden. Doch das Netz hielt der enormen Wucht nicht stand. Das größte Trümmerstück zerriss das Netz. Es stürzte rund acht Meter tief auf die Bahngleise.

Reparatur dauert bis zum Wochenende

Der Aufprall verursachte einen enormen Schaden. An mehreren Gleisen wurden die Fahrleitungen abgerissen. Auch wichtige Quertragwerke und Kettenspannwerke wurden zerstört. Diese halten die Leitungen stabil in Position. Die Gleise selbst wurden offenbar nicht beschädigt. Sie sind eine wichtige Zufahrt zur Bahnanlage FIBA. Dort werden Züge gewartet und instand gehalten.

Die Bauleitung reagierte sofort und lösungsorientiert. Die Arbeiten wurden nicht lange unterbrochen. Die Betonsäger packten ihr Material auf der Brücke zusammen. Sie setzten ihre Arbeit kurzerhand unter der Brücke fort. Die Gleise waren bereits am Nachmittag wieder von Trümmern befreit. Auch oben auf der Brücke gingen die Arbeiten weiter.

Der Vorfall zeigt, wie marode die Brücke wirklich ist. Zuvor wurden bereits 180 Meter der Brückenkappe problemlos entfernt. Der Abrissplan wird weiter verfolgt. Am 26. Februar soll das erste große Brückenteil herausgehoben werden. Binnen einer Woche soll die Westseite der Brücke dann komplett verschwunden sein. Mehrere Reparaturtrupps der Bahn arbeiten nun unter Hochdruck. Sie versuchen, die Fahrleitungen bis zum Wochenende wieder instand zu setzen.

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