Der Unfall ereignete sich gegen 11.15 Uhr auf der vielbefahrenen Strecke. Die Kollision geschah kurz nach der Anschlussstelle Ulm-Nord. Den ersten polizeilichen Erkenntnissen zufolge fuhr ein Pkw auf ein anderes Auto auf. Dieses wurde nach rechts abgewiesen und von einem Autotransporter erfasst. Ein nachfolgender Pkw-Lenker musste stark bremsen. Dies löste eine Kettenreaktion mit drei weiteren Pkw aus.
Die ersten Meldungen über den Unfall waren noch unklar. Sebastian Schneider ist der organisatorische Leiter des Rettungsdienstes. Er berichtet von den ersten Informationen. „Gemeldet war initial E-Call mit mehreren Notrufen.“ Auch sei unklar gewesen, ob ein Lkw beteiligt war. Ein privat anwesender Notfallsanitäter gab eine präzisere Meldung durch. Er meldete bereits zehn Patienten. Daraufhin wurde die Alarmstufe erhöht und ein Großeinsatz ausgelöst.
Ein enormes Aufgebot an Helfern machte sich auf den Weg. Die Feuerwehr Ulm rückte mit einem Rüstzug zur Unfallstelle aus. Glücklicherweise mussten die Kräfte niemanden aus den Wracks befreien. Sie unterstützten den Rettungsdienst bei der Versorgung der Verletzten. Zudem sicherten sie die Unfallstelle professionell ab. Ausgelaufene Betriebsstoffe wurden mit Bindemittel abgestreut. Ein zufällig im stau anwesender Notfallseelsorger betreute geschockte Unfallbeteiligte. Er leistete wichtige psychologische erste Hilfe.
Die Koordination der Verletzten war eine große Herausforderung. „Insgesamt waren es jetzt 17 Patienten“, bestätigt Sebastian Schneider. Unter den Verletzten befanden sich auch zwei Kinder im Alter von fünf und neun Jahren. Dreizehn Personen mussten in Kliniken transportiert werden. Glücklicherweise wurde niemand von ihnen schwer verletzt. „Insgesamt waren 6 Rettungswagen und 7 Krankentransportwagen im Einsatz“, so Schneider. Ein Notarzt und der Rettungshubschrauber Christoph 22 waren ebenfalls vor Ort.
Die Polizei hat die Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen. Der Verkehrsdienst Mühlhausen versucht nun, den genauen Hergang zu klären. Alle fünf Pkw, darunter zwei Opel, ein Mercedes, ein BMW Mini und ein Hyundai, mussten abgeschleppt werden. Der beteiligte Mercedes-Autotransporter konnte seine Fahrt fortsetzen. Der Sachschaden wird auf rund 150 000 Euro geschätzt.
Hinter der Unfallstelle bildete sich ein zwölf Kilometer langer Stau durch den starken Wochenend-Reiseverkehr. Die Autobahnmeisterei leitete den Verkehr an der Anschlussstelle Ulm-West ab. Autofahrer zwischen der Ableitung und der Unfallstelle konnten nach einer Absprache zwischen der Polizei und der Autobahnmeisterei wenden und entgegen der Fahrtrichtung zur Ausfahrt Ulm-West fahren, um dort die Autobahn zu verlassen. In Richtung Stuttgart bildete sich ein sieben Kilometer langer Stau durch Gaffer. Gegen 13.40 Uhr war die Unfallstelle geräumt. Der Stau löste sich nur langsam auf.