Das Deutsche Rote Kreuz feierte am Mittwoch Richtfest. In Ehingen entsteht eine neue, moderne Rettungswache. Der Neubau im Mühlweg liegt im Zeit- und Kostenrahmen. Notwendig wurde er durch deutlich gestiegene Anforderungen. Die alte Wache bietet künftig mehr Platz für das Ehrenamt. Innenminister Manuel Hagel würdigte das wichtige Projekt. Er betonte die große Bedeutung des Bevölkerungsschutzes. Zahlreiche Gäste waren der Einladung gefolgt.
Die bisherige Rettungswache platzte aus allen Nähten. Gesetzliche Vorgaben erforderten eine massive Erweiterung. Tobias Schwetlik ist Kreisgeschäftsführer des DRK Ulm. Er erklärt den dringenden Bedarf für den Neubau. „Es hat eine erhebliche Vorhalteerweiterung in Ehingen gegeben“, so Schwetlik. Das bedeutet konkret mehr Fahrzeuge und mehr Personal. „Deshalb war es notwendig, einen Neubau zu erstellen“, fügt er hinzu. Die alten Kapazitäten waren schlicht und einfach erschöpft. Eine moderne und schnelle Notfallversorgung brauchte eine neue Basis. Der Standort im Mühlweg direkt neben der bisherigen Rettungswache wurde dafür als ideal befunden.
Der Neubau ist viel mehr als nur eine große Garage. Er ist eine hochfunktionale Einsatzzentrale für tägliche Notfälle. Schwetlik zählt die wichtigen Bereiche des neuen Gebäudes auf. Es gibt mehrere Fahrzeugstellplätze für die modernen Rettungswagen. Eine eigene Waschhalle mit integriertem Ölabscheider ist vorhanden. Das sorgt für professionelle Fahrzeughygiene nach jedem Einsatz. Besonders wichtig ist der Schleusenbereich für hochinfektiöse Transporte. Dieser trennt saubere und kontaminierte Zonen absolut strikt. Zudem braucht das Personal entsprechende Räumlichkeiten für den Dienst. Dazu gehören Aufenthalts- und Ruheräume für die langen Schichten. Funktionale Sanitärräume und Lager für medizinisches Material sind Teil des Konzepts. Auch die Einsatzkleidung bekommt eigene, saubere Aufbewahrungsräume. All dies garantiert reibungslose und sichere Abläufe im Alltag.
Ein solches Projekt kostet natürlich sehr viel Geld. Die Baukosten sind aktuell mit 5,9 Millionen Euro veranschlagt. Das Deutsche Rote Kreuz stemmt diese gewaltige Summe nicht allein. „Wir bekommen einen Zuschuss von Bund und Land in Höhe von 4 Millionen“, erklärt Schwetlik. Den verbleibenden Rest finanziert der DRK-Kreisverband Ulm aus Eigenmitteln. Landes-Innenminister Manuel Hagel (CDU) war persönlich vor Ort. Er betonte die wichtige Rolle des Landes bei diesem Vorhaben. Das Innenministerium ist auch für den Katastrophenschutz zuständig. „Deshalb haben wir uns gerne mit 4 Millionen Euro an diesem Neubau beteiligt“, sagte Hagel wörtlich. Das Geld sei am richtigen Ort und zur richtigen Zeit investiert. Es stärke die gesamte Sicherheitsarchitektur im ländlichen Raum. Das sei ein klares Bekenntnis zur Region.
Hagel, der selbst aus der Region stammt, lobte das große Engagement. Er sei als Staatsbürger froh und sehr dankbar, sagte er. Viele Menschen setzen ihre Freizeit und ihre Gesundheit ein. Sie retten damit das Leben anderer Menschen im Notfall. Das zeige den starken Zusammenhalt in unserem Land. Besonders hob er die rund 50 Ehrenamtlichen in Ehingen hervor. Diese engagieren sich seit vielen Jahren im Bevölkerungsschutz. „Unsere Aufgabe als Land ist es, die Voraussetzungen zu schaffen“, so der Minister. Die Helfer sollen bestmöglich und sicher arbeiten können. „Menschen zu schützen und Menschenleben zu retten“, sei ihre Kernkompetenz. Der Neubau sichert die Zukunft der Rettungsdienste in Ehingen. Davon profitiert die gesamte Bevölkerung der Region nachhaltig. Die alte Wache wird sinnvoll weiter genutzt. Sie bietet künftig mehr Platz für den aktiven DRK-Ortsverein. Auch die zugehörigen Aktivitäten im Bevölkerungsschutz findet dort ein erweitertes, ideales Zuhause. Das stärkt das unverzichtbare Ehrenamt zusätzlich. Die Einweihung des Neubaus ist für Sommer 2027 geplant.