Ausgerechnet ein Verein, der kranken und alten Menschen ein Lächeln ins Gesicht bringen will, ist jetzt selbst hart getroffen worden: Trickbetrüger haben den Ulmer „Guten Clowns“ knapp 30.000 Euro abgenommen. Das Geld stammt aus der Vereinskasse – und damit sind laut Vereinsvorsitzender Katrin Jantz fast die gesamten Rücklagen für die kommenden zwei Jahre weg.
Angefangen hat alles mit einer E-Mail. Darin wurde Katrin Jantz aufgefordert, die Authentifizierungs-App ihrer Bank zu aktualisieren. Kurz darauf klingelte das Telefon. Auf dem Display erschien sogar der Name ihrer Bank.
Der Mann am anderen Ende gab sich als Bankmitarbeiter aus und behauptete, die Bank sei gehackt worden. Angeblich müssten zwei verdächtige Echtzeitüberweisungen gestoppt werden. Dafür sollte Jantz einem vermeintlichen Sicherheitslink folgen.
Erst später wurde klar: Genau damit war sie in die Falle getappt. Als das Konto gesperrt wurde, waren bereits 29.900 Euro verschwunden.
Für den Verein ist der Verlust enorm. Die „Guten Clowns“ sind in mehr als 30 Einrichtungen unterwegs – unter anderem in Pflegeeinrichtungen, Hospizen und Palliativstationen. Der Förderverein finanziert dabei auch die Einsätze der professionell ausgebildeten Clowns. Nach Angaben von Katrin Jantz reichen die Mittel aktuell noch bis Ende des Jahres. Ein Unternehmer habe nach Bekanntwerden des Falls spontan 10.000 Euro gespendet und damit zunächst einen Teil der Kosten aufgefangen.
Einen großen Spendenaufruf will Jantz trotzdem ausdrücklich nicht starten. Ihr ist vor allem wichtig, dass andere nicht auf eine ähnliche Masche hereinfallen!
Die Polizei rät: Klickt nicht auf Links in unerwarteten Mails oder Nachrichten, die angeblich von eurer Bank stammen. Gebt Zugangsdaten, Passwörter oder TANs niemals über solche Links weiter.
Auch bei Anrufen angeblicher Bankmitarbeiter gilt: Lasst euch nicht unter Druck setzen. Legt im Zweifel auf und ruft eure Bank selbst über die offizielle Telefonnummer zurück. Verlasst euch dabei auch nicht darauf, welcher Name oder welche Nummer auf eurem Display angezeigt wird – solche Anzeigen können von Betrügern manipuliert werden.