Millionendiebstahl aus Münzautomaten - Ehepaar gesteht

Ehepaar gesteht

Knapp zwei Millionen Euro soll ein Ehepaar jahrelang unbemerkt aus städtischen Parkautomaten gestohlen haben. Vor Gericht finden sie schnell klare Worte - und es fließen Tränen.

Im Prozess um einen Millionendiebstahl aus Parkautomaten in Kempten im Allgäu hat das angeklagte Ehepaar die Vorwürfe zum Auftakt in vollem Umfang gestanden. «Ich habe viele Menschen enttäuscht. Ich bereue meine Taten zutiefst», sagte der 40-jährige Mann im Landgericht Kempten am Morgen unter Tränen. Die Anklageschrift sei in allen Punkten richtig. Der ehemalige Mitarbeiter der Stadt soll binnen zehn Jahren mit Hilfe seiner 39-jährigen Frau rund 1,9 Millionen Euro erbeutet haben.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Paar, das seit November vergangenen Jahres in Untersuchungshaft sitzt, gewerbsmäßigen Diebstahl vor. Das Gesetz sieht dafür eine Höchststrafe von zehn Jahren Haft vor.

Der Angeklagte war für das Leeren der Parkscheinautomaten zuständig. Die Münzen soll das Paar auf private Konten eingezahlt und sich dafür Supermarktgutscheine geholt haben. In 335 einzelnen Fällen soll das Duo von 2020 bis 2025 insgesamt 1,34 Millionen Euro gestohlen haben.

Über 500 Fälle bereits verjährt

Mehr als 500 weitere Fälle seit dem Jahr 2015 sind mittlerweile verjährt, dafür können die Eheleute nicht bestraft werden. Das bei diesen mutmaßlichen Diebstählen erbeutete Geld in Höhe von insgesamt fast 584.000 Euro soll aber ebenfalls von der Justiz eingezogen werden.

Die Staatsanwaltschaft beantragte die Einziehung des gesamten Schadens in Höhe von etwa 1,9 Millionen Euro bei dem Paar. Für den Prozess sind zwei weitere Verhandlungstage geplant, ein Urteil könnte es am 21. Mai geben.

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