Mini-Vögel aus Elfenbein in Unesco-Höhle auf der Schwäbischen Alb entdeckt

Ausgrabungen

In der Unesco-Höhle Hohle Fels wurden zwei winzige Elfenbeinvögel entdeckt. Was die Funde aus der Altsteinzeit so besonders macht.

Sie sind kaum größer als ein Daumennagel und detailreich gestaltet: In der Unesco-Welterbehöhle Hohle Fels auf der Schwäbischen Alb haben Wissenschaftler wieder eine aufsehenerregende Entdeckung gemacht. Das teilten der Forschungsleiter Nicholas Conard aus der Ur- und Frühgeschichte der Universität Tübingen und das Museum für Urgeschichte und Eiszeitkunst in Blaubeuren mit. Conard bezeichnete die Vogelfiguren als «Fund des Jahres».

«Bei den neuesten Funden handelt es sich um eine fast vollständige Darstellung eines ruhenden, vielleicht brütenden, Vogels und um die Darstellung eines Vogels mit ausgebreiteten Flügeln, dessen linker Flügel jedoch abgebrochen ist und aufgrund fehlender Teile nicht angesetzt werden kann», heißt es in der Mitteilung. Geborgen worden seien sie aus den unteren Schichten der altsteinzeitlichen Kultur des Aurignaciens, die auf 40.000 Jahre vor heute datiert werde.

Leichtgewichte aus der Vergangenheit – doch wozu gemacht?

Mit zwei Zentimetern Länge, einem Zentimeter Breite und einem halben Zentimeter Höhe ist der Vogel mit den ausgebreiteten Flügeln demnach das kleinste aller bisher bekannten Eiszeitkunstwerke der Welterberegion. «Mit nur knapp 1,3 und 0,7 Gramm sind die beiden neu entdeckten Elfenbeinvögel echte Leichtgewichte», sagte Conard.

Was die Vögel den Menschen damals bedeutet haben, sei bisher noch unklar. Waren sie individueller Talisman oder identitätsstiftendes Gruppensymbol? Ungeklärt sei auch, warum die Menschen vor 40.000 Jahren dort gerade Vögel beschäftigten. Vor einem Vierteljahrhundert wurde dort ein Wasservogel ausgegraben.

An den anderen drei Fundplätzen eiszeitlicher Kunstwerke im Welterbegebiet seien Tierdarstellungen wie Mammut, Höhlenlöwe oder Wildpferd gefunden worden. Darunter sei kein einziger Vogel gewesen. In der Höhle in Schelklingen (Alb-Donau-Kreis) fanden Forscherinnen und Forscher im Jahr 2008 die älteste Figur eines Menschen und das älteste Musikinstrument der Welt.

Die Figuren werden bis zum 4. April des kommenden Jahres im Blaubeurer Museum für Urgeschichte und Eiszeitkunst (urmu) zu sehen sein.

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