Mögliche Bärenspur im Allgäu

Im südlichen Oberallgäu könnte ein Braunbär unterwegs sein. Auslöser für den Verdacht ist ein Kotfund, der nach Einschätzung von Fachleuten von einem Bären stammen könnte.

Das Bayerische Landesamt für Umwelt wurde am Dienstag, 21. Juli 2026, über den Fund informiert. Ein Mitglied des Netzwerks Große Beutegreifer untersuchte die Losung vor Ort. Die Probe wurde anschließend per Eilauftrag zur Analyse an das Senckenberg Zentrum für Wildtiergenetik in Hessen geschickt. Wo genau die mögliche Bärenspur entdeckt wurde, teilen das Landratsamt Oberallgäu und das Landesamt für Umwelt bislang nicht mit. Nach Medieninformationen soll der Fund aus einem Waldgebiet westlich von Oberstdorf stammen.

Die Behörden informieren dennoch über die Situation im gesamten südlichen Landkreis. Hintergrund ist, dass Bären auf ihren Wanderungen innerhalb eines Tages bis zu 100 Kilometer zurücklegen können. Eine Eingrenzung auf das unmittelbare Gebiet rund um den Fundort wäre deshalb wenig aussagekräftig.

Ob tatsächlich ein Bär im Allgäu unterwegs ist, bleibt offen. Nach dem Fund wurde die Umgebung systematisch nach weiteren Hinweisen abgesucht. Sichtungen, eindeutige Trittsiegel oder gerissene Tiere wurden bislang nicht festgestellt. Auch ein Foto des möglichen Tieres gibt es nicht.

Vorsichtsmaßnahmen für Höfe und Wanderer

Das Landesamt empfiehlt Nutztierhaltern in der Region, ihre Tiere nachts in den Stall zu bringen. Tiere, die im Freien bleiben, sollten durch geeignete Herdenschutzmaßnahmen gesichert werden. Dazu können elektrische Zäune oder Herdenschutzhunde gehören.

Auch Wanderer, Ausflügler und Anwohner sollen aufmerksam bleiben. Bei einer Begegnung mit einem Bären gilt: Ruhe bewahren, Abstand halten und nicht weglaufen. Stattdessen sollte man sich langsam und kontrolliert zurückziehen und dem Tier jederzeit einen freien Fluchtweg lassen.

Essensreste und Müll dürfen nicht in der Natur zurückbleiben. Sie könnten Wildtiere anlocken und dazu führen, dass diese die Nähe von Menschen suchen.

Mehrere Bärennachweise in der weiteren Region

Zuletzt wurde im Mai 2023 im Oberallgäu ein Bär fotografiert.  Auch in den österreichischen Nachbarregionen gab es zuletzt Hinweise. Im Juni 2026 nahmen zwei Wildkameras in Vorarlberg einen oder möglicherweise mehrere Bären auf. Beide Standorte liegen weniger als 50 Kilometer von Oberstdorf entfernt. Außerdem berichteten Bauern aus dem Tiroler Gemeindegebiet Thiersee nahe der bayerischen Grenze von einer Bärensichtung.

Die Tiere stammen vermutlich aus einer Population in Norditalien, die durch ein Wiederansiedlungsprojekt aufgebaut wurde. Vor allem junge Bären können auf der Suche nach einem eigenen Revier große Entfernungen zurücklegen. Das Bayerische Landesamt für Umwelt steht deshalb nach eigenen Angaben mit den zuständigen Stellen in den angrenzenden österreichischen Bundesländern im Austausch.

Sollte die untersuchte Probe tatsächlich von einem Bären stammen, wollen die Behörden anhand der genetischen Daten nach Möglichkeit auch dessen Herkunft bestimmen. Das Landratsamt Oberallgäu will sich ausführlicher äußern, sobald das Untersuchungsergebnis vorliegt.

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