Ein Unbekannter hat am Donnerstag eine feige Attacke verübt. Er versprühte in der Peter-Schöllhorn-Mittelschule in Neu-Ulm Reizgas. Der Vorfall löste einen Großeinsatz von Rettungsdienst und Polizei aus. Mehrere Schüler wurden dabei verletzt. Fünf von ihnen kamen zur Behandlung ins Krankenhaus. Die Hintergründe der Tat sind bislang völlig unklar. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Identität des Täters aufgenommen. Der Schulbetrieb wurde sofort eingestellt.
Der Alarm ging am Vormittag bei den Behörden ein. Um exakt 10:50 Uhr meldete die Schule einen beißenden Geruch. Polizeihauptkommissar Jochen Fröhlich schildert die erste Meldung. "Es wurde mitgeteilt, dass Schüler unter Atemwegsstörungen litten." Die ersten Einsatzkräfte vor Ort bestätigten die ernste Lage. Schnell wurde das genaue Ausmaß des Vorfalls deutlich. Insgesamt waren 18 Schülerinnen und Schüler von dem Reizgas direkt betroffen. Sie klagten über starke Reizungen der Atemwege und akute Übelkeit. Einige litten auch unter brennenden Augen. Die Situation erforderte ein schnelles und sehr koordiniertes Handeln aller Beteiligten. Die Schule reagierte sofort und leitete die Evakuierung ein. Die Sicherheit der Kinder hatte oberste Priorität. Rund 65 Schüler aus vier Klassen befanden sich zu diesem Zeitpunkt im Gebäude. Es handelte sich um siebte und neunte Klassen.
Ein Großaufgebot an Helfern war schnell am Einsatzort. Insgesamt waren 56 Kräfte vom Rettungsdienst im Einsatz. Darunter befanden sich auch ehrenamtliche Schnelleinsatzgruppen des Roten Kreuzes. Sie versorgten die betroffenen Kinder und Jugendlichen medizinisch. Dreizehn Schüler konnten nach einer Erstuntersuchung vor Ort entlassen werden. Sie wurden anschließend an ihre wartenden Eltern übergeben. "Fünf mussten in eine Klinik nach Ulm verbracht werden", so Polizeisprecher Fröhlich in seiner Stellungnahme. Glücklicherweise gab es keine Schwerverletzten unter den Schülern. Ein zunächst angeforderter Rettungshubschrauber wurde daher nicht benötigt. Er konnte noch im Anflug wieder abbestellt werden. Neben der körperlichen Versorgung war auch seelischer Beistand wichtig. Sieben Notfallseelsorger kümmerten sich um die geschockten Jugendlichen. Die psychische Belastung für alle Anwesenden war enorm.
Die Feuerwehr übernahm die schnelle Belüftung des Schulgebäudes. Dies geschah umgehend und sehr gründlich. Alle Fenster wurden aufgerissen, um das Gas entweichen zu lassen. Die Einsatzkräfte trugen dabei teilweise Atemschutzmasken. Nach kurzer Zeit war das Gebäude wieder sicher begehbar. Der Unterricht für die siebten und neunten Klassen fiel komplett aus. Vor der Schule versammelten sich unterdessen besorgte Eltern. Sie wollten ihre Kinder schnellstmöglich in die Arme schließen. Die Stimmung vor Ort war sehr angespannt und von Unsicherheit geprägt. Die Schulleitung versuchte, die Eltern gezielt zu beruhigen. Sie wurden über die aktuelle Lage umfassend informiert. Sechs Polizeistreifen sicherten den Bereich weiträumig ab. So wurde der Einsatz nicht durch Schaulustige behindert.
Die Polizei begann sofort mit der akribischen Spurensuche am Tatort. Eine verdächtige Flasche konnte dabei sichergestellt werden. Sie könnte als Tatwerkzeug gedient haben. Dieses Beweismittel wird nun kriminaltechnisch untersucht. Die Ermittlungen zum Täter laufen auf Hochtouren. "Es gibt einen Hinweis auf einen Tatverdächtigen", erklärt Jochen Fröhlich. Genauere Angaben macht die Polizei aber aktuell noch nicht. Dies geschieht aus ermittlungstaktischen Gründen. Die Schule plant, alle Eltern mit einem Brief zu informieren. Darin sollen die Geschehnisse genau dargelegt werden. So will man für umfassende Klarheit und Beruhigung sorgen. Die Nachbereitung des Vorfalls wird die Schule noch Tage beschäftigen. Es soll sichergestellt werden, dass sich so etwas nicht wiederholt. Die Betreuung der Schüler steht im Vordergrund.