Nach dem Großeinsatz in München: Wie geht es weiter?

Ein Familienstreit soll einen Mann so in Rage versetzt haben, dass er Angehörige attackiert, ein Haus in Brand setzt und das Oktoberfest bedroht. Dort wird nun weitergefeiert - es bleiben aber Fragen.

Am Tag nach dem Alarmzustand in München mit der Bombendrohung gegen das Oktoberfest, zwei Toten und einem Großbrand dauern die Ermittlungen an. Unklar war unter anderem, wann die Bergung einer Leiche aus dem abgebrannten Haus stattfinden kann. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick:

Wer soll für die Tat verantwortlich sein?
Tatverdächtig ist nach Polizeiangaben ein 57 Jahre alter Mann, der das Haus in Brand gesetzt haben soll und auf der Flucht vor Einsatzkräften Suizid beging. Die Behörden schlossen einen politischen Hintergrund für die Tat aus. Das Motiv des Mannes dürfte ein Familienstreit gewesen sein, hieß es.

Wie geht es am Brandort weiter?
In dem abgebrannten Wohnhaus im Münchner Norden befindet sich nach Polizeiangaben eine Leiche. Die Behörden vermuten, dass es sich bei dem Toten um den vermissten 90 Jahre alten Vater des Tatverdächtigen handelt. Aufgrund der großen Hitze konnten Einsatzkräfte das abgebrannte Gebäude zunächst nicht betreten. Zudem sollte ein Statiker dessen Zustand beurteilen. Inzwischen sind alle Verkehrssperrungen und Evakuierungsmaßnahmen aufgehoben worden, die Anwohner konnten alle wieder in ihre Häuser zurückkehren.

In welchem Zustand sind die Verletzten?
Zwei Menschen waren bei dem Brand in den frühen Morgenstunden verletzt worden. Eine 21 Jahre alte Frau wurde von Einsatzkräften aus dem Obergeschoss des in Flammen stehenden Hauses gerettet. Sie trug leichte Verletzungen davon. Es handelt sich um die Tochter des 57-Jährigen. Mittelschwere Schussverletzungen hatte die 81 Jahre alte Mutter des Mannes erlitten. Sie befand sich vor dem Anwesen, als die Polizei eintraf.

Wie kam es am Mittwoch zur Sperrung des Oktoberfests?
Weil ein Schreiben des 57-Jährigen gefunden wurde, in dem er auch das Oktoberfest bedrohte, wurde die Wiesn stundenlang geschlossen und nach Sprengsätzen abgesucht. Laut Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) warnte der Mann davor, auf die Wiesn zu gehen, denn es könnte ein «bombiges Erlebnis» geben. Diese Drohung habe man – insbesondere angesichts des abgebrannten Hauses – ernst nehmen müssen.

Wie verlief der Abend auf der Wiesn?
Ab 17.30 Uhr begann wieder der Festbetrieb. Besucherinnen und Besucher durften das Gelände wieder betreten. Vor dem Einlass hatten sich lange Warteschlangen gebildet. Dennoch schien es ruhiger zu sein als gewöhnlich: Die Gassen wirkten einem dpa-Reporter zufolge merklich leerer im Vergleich zu anderen werktäglichen Wiesn-Tagen. An vielen Verkaufsständen war wenig los, an einem Autoscooter fuhren zwei Mitarbeiter alleine im Kreis. Verkäufer und Sicherheitskräfte bestätigten, dass es leerer war. In den großen Zelten sah es anders aus: Weit und breit kein freier Platz, die Menge tanzte und feierte ausgelassen wie an anderen Wiesn-Tagen.

Gibt es heute noch Auswirkungen auf dem Oktoberfest?
Nach derzeitigem Stand geht es am Donnerstag ganz normal auf der Wiesn weiter. Die Bierzelte öffnen um 10.00 Uhr.

Welche wirtschaftlichen Folgen hat die Tat für das Oktoberfest?
Der Gastgewerbeverband Dehoga brachte eine Verlängerung der Wiesn ins Spiel. Dies wäre auch ein Zeichen, dass man sich die Lebensfreude nicht verderben lasse, sagte Landesgeschäftsführer Thomas Geppert der dpa. Zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Sperrung könne man noch nichts Genaueres sagen. Ein Tisch, der jetzt nicht belegt worden sei, sei natürlich nicht nachzuholen. Andererseits sei die Wiesn bisher «sehr gut» gewesen.

Ob eine Verlängerung überhaupt möglich wäre, ist eine andere Frage. Dabei ginge es nicht nur um die Erlaubnis der Stadt, sondern auch um die Frage, ob das dafür nötige Personal so kurzfristig aufgeboten werden könnte.

Das könnte Dich auch interessieren

29.04.2026 Agrarministerin Kaniber warnt vor Waldbrandgefahr in Bayern Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) warnt angesichts anhaltender Trockenheit vor hoher Waldbrandgefahr in Bayern. «Jede Unachtsamkeit, jede achtlos weggeworfene Zigarette und jeder kleine Funke können aktuell einen folgenschweren Waldbrand auslösen», sagte sie. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) gilt in weiten Teilen Bayerns bereits die zweithöchste Warnstufe vier von fünf. Für einzelne Regionen wird am Donnerstag 17.04.2026 100 Jahre Allgäu-Schwäbischer Musikbund e.V. Der Allgäu-Schwäbische Musikbund e. V. (ASM) feiert im Jahr 2026 sein 100-jähriges Bestehen. Ein Jahrhundert organisierte, getragene und gelebte Blasmusik im Allgäu und in Bayerisch-Schwaben – das ist mehr als ein Jubiläum. Es ist ein Beweis dafür, dass musikalische Tradition dann Bestand hat, wenn sie von Generation zu Generation verantwortungsvoll weitergegeben wird. Programm Und der 16.04.2026 Oberbayern: Mann kauft alten Tresor und findet darin Goldbarren Ein Mann aus Trostberg hat in einem für kleines Geld erworbenen Tresor einen Goldbarren entdeckt. Der 90 Jahre alte Besitzer habe den 250 Gramm schweren Barren vermutlich in einem Geheimfach des Tresors vergessen, hieß es in einer Mitteilung der Polizei. Der Goldbarren ist laut den Beamten aktuell rund 32.000 Euro wert. Den Tresor hatte der 14.04.2026 Girls’ und Boys’ Day: IHK Schwaben will Geschlechterklischees aufbrechen „Vielfach bestimmen klassische Geschlechterklischees die Berufswahl“, erklärt Dr. Christian Fischer, stellvertretender Leiter Berufliche Bildung bei der IHK Schwaben. Aktuell ist nur etwa jeder siebte Ausbildungsplatz im gewerblich-technischen Bereich mit einer Frau besetzt. Deutliche Unterschiede bei der Berufswahl Insgesamt absolvieren derzeit rund 20.350 junge Menschen in Bayerisch-Schwaben eine duale Ausbildung. Davon sind etwa 13.350 männlich und