Die Arbeiten an der Adenauerbrücke laufen seit März 2025. Im vergangenen Jahr entstand ein neues Teilbauwerk. Es wurde westlich der bestehenden Brücke errichtet. Auf dieses Bauwerk wird nun der Verkehr Richtung Ulm umgelegt. Dadurch wird die bisherige östliche Brückenhälfte frei. Der Verkehr Richtung Neu-Ulm nutzt dann diese Trasse. So kann die alte, westlichste Brücke abgerissen werden. An ihrer Stelle erfolgt anschließend ein Neubau. Später kommt es zu einer weiteren Vollsperrung. Dann wird die alte Brücke Richtung Ulm abgerissen. Die neue Brücke wird an deren alten Standort verschoben. Am Ende stehen acht statt sechs Fahrspuren zur Verfügung. Ein zusätzlicher Rad- und Gehweg erhöht die Sicherheit. Der Verkehr soll dann deutlich flüssiger fließen.
Die Umlegung des Verkehrs erfordert eine Vollsperrung. Doch warum dauert diese Maßnahme 31 Stunden? Eine Umleitung unter fließendem Verkehr wurde geprüft. Diese Idee wurde aber schnell wieder verworfen. Die Gründe dafür sind vielfältig und nachvollziehbar. Die Sicherheit für die Arbeiter wäre nicht gegeben. Außerdem würden die Arbeiten deutlich länger dauern. Christian Juhnke ist technischer Leiter der Firma VVO. Sein Team ist für die komplette Verkehrsabsicherung zuständig. In monatelanger Vorarbeit wurde alles genau geplant, die knapp zweitägige Vollsperrung ist alternativlos. Erste Hinweisschilder stehen bereits an der Autobahn 7. Die Umleitung führt über die Ulmer Westtangente oder das Kreuz Ulm-Elchingen. Innerstädtische Routen sind kaum eine Alternative. Die Baustelle an der Gänstorbrücke verschärft dort die Staus.
Die Vorbereitungen für die Umleitung waren immens. Christian Juhnkes Team hat jeden Meter an der Baustelle jedes vorhandene Schild wurde genauestens kartografiert, jede Fahrbahnmarkierung wurde in den Plänen erfasst. Nur so können die neuen Schilder exakt positioniert werden. Auch die notwendigen neuen Markierungen wurden festgelegt. Alles geschah in enger Abstimmung mit der Straßenverkehrsbehörde. Eine der aufwendigsten Arbeiten ist das Entfernen der bisherigen gelben Baustellenmarkierungen. Diese Folien sind mit einem speziellen Haftgrund aufgeklebt. Das rückstandslose Ablösen ist extrem zeitaufwendig. Für das Aufkleben der neuen Markierungen muss die Fahrbahn absolut trocken und sauber sein.
Für diese Aufgabe kommt spezielles Gerät zum Einsatz. Christian Juhnke führt das Trocknungsberät im Betriebshof vor. es sorgt für die notwendige Trockenheit der Straße. Im Kern der Maschine steckt eine echte Flugzeugturbine. Mit enormer Hitze trocknet sie den Asphalt in Sekunden. Die Wärme erleichtert zudem das Ablösen der Klebefolien. Der Lärm der Turbine ist ohrenbetäubend, sie wird mit Kerosin betrieben.
Im Betriebshof der Firma VVO lagert das Material für die zukünftige Verkehrsführung an der Adenauerbrücke und anderen Baustellen der Region. Tausende Baken und Absperrschranken warten hier. Unzählige Verkehrszeichen stehen für den Einsatz bereit. Für die zehntausenden Fahrzeuge, die täglich die Baustelle an der Adenauerbrücke passieren, braucht es individuelle Lösungen. Große Hinweistafeln werden speziell angefertigt. Sie weisen schon an den Autobahnen 7 und 8 auf die Umleitungen hin. Vereinfachte Grafiken zeigen die neue Streckenführung. Die Firma VVO ist für die Herstellung zertifiziert. Ein riesiger Drucker fertigt die großen Schilder an. Die Drucke werden dann auf Metalltafeln aufgeklebt. Diese Tafeln besitzen eine reflektierende Oberfläche, so entstehen normgerechte und gut sichtbare Verkehrsschilder.
Damit am Wochenende alles zügig und pünktlich klappt, beginnen die Arbeit schon früher. Bereits am Freitag wird die Fahrbahn auf dem neuen Brückenteil markiert. Am Samstag und Sonntag konzentriert sich die Arbeit dann auf die Verschwenkung der Fahrbahnen auf die neu genutzten Brückenteile. Ab Montagfrüh um vier Uhr soll der Verkehr wieder rollen und den Pendlern stehen wieder drei Fahrstreifen pro Richtung zur Verfügung.