Nach Protesten gegen Langenauer Pfarrer: Gericht verurteilt 76-Jährigen

Bewährungsstrafe nach Protesten gegen Langenauer Pfarrer

Ein 76-jähriger Pro-Palästina-Aktivist aus Langenau ist vom Amtsgericht Ulm verurteilt worden. Er soll dem Ortspfarrer und dessen Familie über Jahre nachgestellt haben.

Ein 76-jähriger Pro-Palästina-Aktivist aus Langenau ist vom Amtsgericht Ulm zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Gericht sah Nachstellung, Beleidigung und Sachbeschädigung als erwiesen an. Zusätzlich muss der Mann 6.500 Euro an gemeinnützige Organisationen zahlen. Medienberichten zufolge ist er wegen Beleidigung und Nötigung bereits vorbestraft.

Nachstellungen auch vor dem Familienhaus

Der Mann soll dem evangelischen Ortspfarrer Ralf Sedlak und dessen Familie über mehr als zwei Jahre nachgestellt haben – unter anderem mit Protesten und Aktionen vor der Kirche, aber auch vor dem Familienhaus. Nach Schilderung der Familie soll er nachts in das Haus geleuchtet, vor dem Haus gerufen, die Kinder erschreckt und die Einfahrt zugeparkt haben. Laut Gericht wollte der Angeklagte gezielt psychischen Druck ausüben. Pfarrer und Ehefrau schilderten vor Gericht, dass die Vorfälle den Alltag der Familie stark belastet hätten.

Konflikt nach Predigt über Hamas-Angriff

Auslöser war eine Predigt Sedlaks im Oktober 2023 zum Angriff der islamistischen Hamas auf Israel. Danach kam es zu Störungen, Demonstrationen und Anfeindungen gegen den Pfarrer und die Kirchengemeinde. Der 76-Jährige ist Initiator einer Pro-Palästina-Gruppierung, die regelmäßig demonstriert. Die Stadt Langenau hatte Kundgebungen vor der Kirche zeitweise per Allgemeinverfügung untersagt, konnte die Proteste aber nicht vollständig verhindern.

Der Angeklagte bestritt vor Gericht, etwas Persönliches gegen den Pfarrer zu haben. Er erklärte, er wolle gegen die Institution Kirche protestieren und habe dem Pfarrer nicht aufgelauert. Das Gericht folgte dieser Darstellung nicht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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