Göppingen kommt nicht zur Ruhe: Nachdem im Januar gleich mehrfach Schüsse gefallen sind, reagiert die Polizei jetzt mit deutlich verschärften Sicherheitsmaßnahmen. Das Polizeipräsidium Ulm hat angekündigt, die polizeilichen Maßnahmen im Stadtgebiet auszuweiten, um weitere Gefahren zu verhindern und das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu stärken.
Schon am 18. Januar hatten Unbekannte in den frühen Morgenstunden auf eine Bäckerei in der Göppinger Innenstadt geschossen. Kurz darauf kam es zu einer Flucht mit einem Auto, die in einem Unfall endete. Zwei Männer konnten im Zuge der Ermittlungen festgenommen werden. Ein 33-jähriger und ein 24-jähriger italienischer Staatsbürger sitzen inzwischen in Untersuchungshaft, unter anderem wegen des dringenden Tatverdachts des versuchten Mordes.
Nur wenige Tage später, am späten Abend des 28. Januar, kam es nochmal zu einer Schussabgabe – diesmal in einer Gaststätte in der Geislinger Straße. Mehrere Menschen befanden sich zu diesem Zeitpunkt im Lokal, verletzt wurde niemand. Der Täter konnte flüchten. Die Polizei prüft einen möglichen Zusammenhang zwischen den Taten, hat eine Sonderkommission eingerichtet und ermittelt mit Hochdruck.
Seit dem 30. Januar gelten in einem festgelegten Bereich des Göppinger Stadtgebiets zusätzliche polizeiliche Befugnisse. Für die Dauer von drei Monaten können täglich zwischen 20 Uhr abends und 6 Uhr morgens sogenannte anlassunabhängige Kontrollen durchgeführt werden. Das bedeutet, dass Personen auch ohne konkreten Verdacht kontrolliert werden dürfen. Gleichzeitig wird die sichtbare Polizeipräsenz deutlich erhöht, unterstützt durch zusätzliche Einsatzkräfte.
Ziel der Maßnahmen sei es, Straftaten vorzubeugen und das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger zu erhöhen, so das Polizeipräsidium Ulm. Die Polizei arbeitet dabei eng mit der Stadt Göppingen zusammen.
Die Ermittlungen laufen derweil weiter. Die Polizei bittet weiterhin dringend um Hinweise aus der Bevölkerung. Zeugen werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0731 188-0 zu melden.