Ein verstörender Chatverlauf hat am Dienstagnachmittag zu einem massiven Polizeieinsatz in Pfuhl geführt. Mehrere Streifenbesatzungen und ein Einsatzzug der Polizeiinspektion Neu-Ulm wurden mobilisiert, nachdem ausländische Behörden Hinweise auf eine mögliche Gewalttat im häuslichen Bereich übermittelt hatten.
Der Auslöser: Ein Chat auf einer kostenlosen Internetplattform, in dem zwei Personen über gewaltverherrlichende Szenarien sprachen. Einer der Gesprächspartner war im Ausland registriert – und setzte laut Behörden seine Ankündigungen bereits in die Tat um. Der andere Chatteilnehmer war in Neu-Ulm gemeldet, weshalb deutsche Einsatzkräfte schnell handeln mussten.
Vor Ort gab es zunächst große Ungewissheit. Wie ernst war die Lage wirklich? Wer war beteiligt? Und: Drohte tatsächlich eine konkrete Gefahr?
Die Polizei konnte schließlich Entwarnung geben: Alle potenziell betroffenen Personen wurden unversehrt angetroffen. Wie sich herausstellte, stammte der Chatverlauf von einer 15-jährigen Schülerin. Die Jugendlichen erklärte gegenüber den Beamten, die Gewaltfantasien seien frei erfunden gewesen und nie ernst gemeint.
Die Polizei nahm den Vorfall dennoch sehr ernst. Die Schülerin wurde eindringlich über die Konsequenzen solcher Aussagen im Internet belehrt. Die Ermittler legten den Fall zur strafrechtlichen Prüfung der Staatsanwaltschaft Memmingen vor.
Ob und welche rechtlichen Folgen das Mädchen nun erwarten, bleibt abzuwarten. Klar ist: Ein vermeintlich „scherzhafter“ Chat kann ernste Konsequenzen haben – und einen Großeinsatz auslösen.