Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot an. Ein Bewohner wurde verletzt. Der betroffene Stock ist nach dem Brand unbewohnbar. Acht Menschen müssen umquartiert werden.
Die erste Meldung erreichte die Integrierte Leitstelle gegen 13:45 Uhr. Gemeldet wurde ein Zimmerbrand im zweiten Obergeschoss der Unterkunft. Die Lage spitzte sich schnell zu. Um 13:56 Uhr erhöhte die Leitstelle die Alarmstufe. Ein Polizeisprecher sprach von einem „richtigen Brand“. Weitere Kräfte wurden umgehend nachalarmiert.
„Die Feuerwehr war Gott sei dank schnell vor Ort und der Rettungsdienst“, sagte Nägele. Trotz der dramatischen Entwicklung gelang es den Einsatzkräften, das Feuer rasch unter Kontrolle zu bringen. Schon nach etwa fünf Minuten war der Brand eingedämmt. Wenig später konnte „Feuer aus“ gemeldet werden. Die schnelle Reaktion verhinderte eine weitere Ausbreitung der Flammen im Gebäude.
Der Rettungsdienst war mit einem massiven Aufgebot vor Ort. Fünf Rettungswagen und drei Notärzte kümmerten sich um die Bewohner. Auch der Rettungshubschrauber Christoph 22 landete in der Nähe des Heims. Er brachte einen Notarzt zum Einsatzort. Zwei Personen wurden vom Rettungsdienst untersucht. Eine Person erlitt leichte bis mittelschwere Verletzungen. Nägele bestätigte: „ein Bewohner wurde verletzt hierbei und wurde vom Rettungsdienst versorgt“.
Zum Zeitpunkt des Brandes befanden sich etwa 25 Personen in dem Gebäude. Sie wurden alle in Sicherheit gebracht. Später betreute man sie in einem Aufenthaltsraum der Einrichtung. Die Obdachlosenunterkunft Nuißlheim bietet Platz für insgesamt 90 Menschen. Aktuell ist sie voll belegt. Dies stellt die Verantwortlichen vor große Herausforderungen. Die schnelle Versorgung und Betreuung der Bewohner hatte oberste Priorität. Für Menschen ohne festen Wohnsitz wiegt der Verlust des wenigen Hab und Guts noch schwerer.
Der Brand hatte Folgen für das Gebäude. Das zweite Obergeschoss ist nach dem Feuer verrußt worden. „Der Brand hat sich sehr stark ausgebreitet und hat dazu geführt, dass das zweite Geschoss der Obdachlosenumkunft derzeit nicht mehr bewohnbar ist“, so Nägele. Davon sind acht Personen direkt betroffen. Sie haben durch das Feuer ihr Obdach in der Obdachlosenunterkunft verloren.
Die Stadt Neu-Ulm steht nun vor der Aufgabe, diese Menschen anderweitig unterzubringen. „Die verbliebenen acht Bewohner aus dem zweiten Obergeschoss werden jetzt von uns umgesetzt und anderen Unterkünfte zugewiesen“, erklärte Nägele. Die Situation ist angespannt, da die Kapazitäten in der Stadt nahezu erschöpft sind. „Wir sind in der Obdachlosenunterkunft, so dass wir nahezu voll ausgelastet sind“, betonte Nägele die Herausforderung.
Für solche Notfälle gibt es jedoch einen Plan. „Wir haben einen speziellen Raum für Großschadenslagen, den werden wir jetzt belegen und dort die Bewohner unterbringen“, sagte Nägele. Von dort aus muss dann eine längerfristige Lösung gefunden werden. Die Suche nach Ersatzunterkünften läuft auf Hochtouren. Die Stadt prüft alle verfügbaren Optionen, um den Betroffenen schnell zu helfen.
Die genaue Ursache des Feuers ist noch unklar. Auch die Höhe des entstandenen Sachschadens kann noch nicht beziffert werden. Der Kriminaldauerdienst der Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Experten werden den Brandort untersuchen, sobald er abgekühlt ist. Sie suchen nach Spuren, die auf die Brandursache hindeuten könnten. Man müsse abwarten, „wie der weitere Schadensverlauf sich herausstellt, wenn das Objekt abgekühlt ist“ so Nägele.
Der Bewohner der Wohnung, in der das Feuer ausbrach, wurde von der Polizei mitgenommen. Er ist für weitere polizeiliche Maßnahmen auf die Dienststelle gebracht worden sein. Ob er für den Brand verantwortlich ist, ist Gegenstand der Ermittlungen. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.
Die Feuerwehr war mit insgesamt 35 Kräften aus Pfuhl und der Neu-Ulmer Hauptwache im Einsatz. Obwohl das Feuer schnell gelöscht war, ist der Einsatz auch drei Stunden später noch nicht beendet. Da es noch Glutnester im ausgebrannten Zimmer geben könnte, wurde eine Brandwache eingerichtet. Diese wird die Brandstelle über mehrere Stunden beobachten. So soll ein erneutes Ausbrechen des Feuers verhindert werden. Erst wenn jede Gefahr gebannt ist, wird der Einsatzort vollständig freigegeben.