Ein Sprengkommando entschärfte am Donnerstagabend eine Fliegerbombe in Neu-Ulm. Eine zweite wurde kontrolliert gesprengt. Beide stammen aus dem Zweiten Weltkrieg. Der Einsatz im Pfuhler Ried erforderte eine Evakuierung. Die Bundesstraße 10 und die Bahnstrecke Ulm-Augsburg wurden gesperrt. Eine Bombe war für eine Entschärfung zu stark beschädigt.
Bei Sondierungsarbeiten im Pfuhler Ried wurden zwei Blindgänger gefunden. Es waren amerikanische Splitterbomben mit je 125 Kilogramm. Solche Bomben sollten Menschen und weiche Ziele treffen. Schnell stand fest: Eine Bombe ist in schlechtem Zustand. Der Zünder war stark angegriffen. Eine manuelle Entschärfung war zu riskant. Feuerwerker Daniel Raabe erklärte, der Sprengmeister wollte am Zünder nicht drehen. Die Sprengung vor Ort war die sicherste Methode. Für die zweite Bombe bestand Hoffnung.
Die Vorbereitungen liefen akribisch und binnen weniger Tage. 50 Polizisten sicherten das Gebiet. 20 Feuerwehrleute und 10 Rettungskräfte standen bereit. Ein Sicherheitsradius von 1000 Metern wurde eingerichtet. Ordnungsamtsleiter Thomas Nägele betonte die Notwendigkeit. „Die Splitter fliegen sehr weit“, sagte er. Um die Sprengung zu dämmen, wurde schweres Gerät aufgefahren. Lastwagen brachten 60 Tonnen Sand. Ein Wassersack mit 25.000 Litern Wasser kam darüber. Nägele erklärte: „Der Wassersack hat die volle Energie der explodierenden Bombe aufgenommen.“
Ein heftiges Unwetter sorgte für Spannung
Vor dem Beginn zog eine Gewitterfront über das Ried. Starkregen und Wind fegten über den Einsatzort. Ein Pavillon wurde dabei zerstört. Die Arbeiten mussten unterbrochen werden. „Wir warten, bis es vorbei ist“, so Thomas Nägele. Danach überprüfte eine Polizeidrohne das Sperrgebiet aus der Luft. So wurde sichergestellt, dass sich niemand mehr im Radius aufhielt.
Gegen 20 Uhr begannen die Maßnahmen. Der letzte Zug passierte die Strecke. Die B10 war bereits gesperrt. Zuerst entschärfte Sprengmeister Sebastian Braun die erste Bombe. Dann folgte die Sprengung des zweiten Blindgängers. In Pfuhl versammelten sich auf dem Kapellenberg Dutzende Zuschauer. Trotz gut tausend Metern Entfernung hatten sie direkte Sicht auf den Sprengort. Einige waren mit Ferngläsern ausgestattet. Sie hörten nur einen leisen Knall. Die Dämmung hatte gewirkt. Die Einsatzleitung war sehr zufrieden. „Alles super gelaufen“, sagte der Sprengmeister. Polizei-Einsatzleiter Thomas Merk lobte die gute Zusammenarbeit. „Wir sind begeistert“, fügte er hinzu.
Die Gefahr im Boden des Pfuhler Rieds bleibt bestehen. Das Gebiet war im Krieg ein strategisches Ziel. Der nahe Feldflugplatz und die Rüstungsindustrie wurden massiv bombardiert. Experten gehen von vielen weiteren Blindgängern aus. „Wenn wir von 10 bis 20 Prozent Blindgängern ausgehen, wissen wir, dass hier mehrere Dutzend noch liegen werden“, so Daniel Raabes Einschätzung. Das gefährdet Landwirte. Die Suche wird weitergehen. Weitere Evakuierungen seien unausweichlich.
Die Kosten für solche Einsätze sind erheblich. Grundsätzlich ist der Grundstückseigentümer verantwortlich. Der Freistaat Bayern übernimmt jedoch die Kosten für das Bergen und Entschärfen der Bomben. „Der Grundstückseigentümer bleibt auf einem kleinen Teil sitzen“, erläuterte Nägele. Das betrifft die flächendeckende Absuche. Die Kosten liegen bei Cent-Beträgen pro Quadratmeter. Die Sicherheit hat jedoch Vorrang. Die Stadt Neu-Ulm wird die Suche daher fortsetzen.