Neu-Ulm: Handgranate gesprengt

Zufällig gefunden

Im Gurrenhofsee nahe dem Neu-Ulmer Stadtteil Gerlenhofen musste am Montagabend eine Handgranate unter Wasser gesprengt werden. Ein Taucher hatte den gefährlichen Gegenstand zufällig gefunden.

Der Privatsee zwischen Gerlenhofen und der Bundesstraße 28 ist von mehreren Tauchsport- und Angelvereinen gepachtet, damit diese ihren ruhigen Hobbys nachgehen können. Beim Tauchen am Wochenende hatte ein Taucher unter Wasser ein System aus Bleigewichten verloren, dieses sollte am Montagnachmittag gesucht werden. Bei einem Tauchgang wurde dann aber nicht das vermisste Gewicht gefunden, sondern eine Handgranate.

Finder reagiert perfekt

Der Taucher reagierte besonnen und tauchte auf, peilte in verschiedenen Richtungen das Ufer an und holte dann eine Boje, um die Gefahrenstelle zu markieren. Die verständigte Polizei holte sich dann Unterstützung durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst. Durch einen kurzen Tauchgang in das wenige Meter tiefe Wasser war klar, dass dort tatsächlich eine Handgranate britischer Bauart liegt. Anders als gewöhnliche Handgranaten funktioniert der Auslösehebel nicht über ein Gelenk, sondern ist als Sicherungsbügel lediglich gesteckt. Jede Bewegung kann gerade unter Wasser dazu führen, dass dieser Bügel herausrutscht und die Sprengung ausgelöst wird.

Kontrollierte Sprengung unter Wasser

Da sicherheitshalber nur direkt am Fundort unter Wasser gesprengt werden konnte, wurde der See durch Polizei, Feuerwehr und Wasserwacht abgesperrt. Ein Sprengmeister brachte direkt an der Handgranate Sprengstoff an, ein Zündkabel führte zu einem Funkempfänger. Bereits nach 50 Metern bestand am Ufer keine Gefahr mehr, da sich die Druckwelle der Handgranate sehr gut in der Luft verteilt. Gefährlich kann die Druckwelle jedoch unter Wasser werden, daher musste unbedingt vermieden werden, dass Taucher im See unterwegs sind.

Ufer und Wasseroberfläche wurden abgesucht, doch um sicherzugehen, dass niemand zu einem längeren Tauchgang unter Wasser ist, wurde ein Polizeihubschrauber angefordert. Mit Kameras konnte bis auf den Grund des maximal zehn Meter tiefen Sees kontrolliert werden und nach wenigen Minuten kam aus dem Hubschrauber der erlösende Funkspruch, dass nur Einsatzkräfte am Ufer sowie die beiden Boote der Feuerwehr Neu-Ulm und der Wasserwacht Senden gesichtet wurden.

Auslösung per Funk

Mit der Funkfernbedienung in der Hand stellte sich ein zweiter Sprengmeister aus Ufer: „Drei - zwei - eins“. Ein Tastendruck und ein dumpfer Schlag. Mehrere Meter schoss das Wasser nach oben und rings um die Sprengung breiteten sich die Wellen ringförmig aus. Damit war die Handgranate erfolgreich gesprengt, die Metallsplitter werden vom Schlick des Seegrundes verschluckt werden.

Die Wasserwacht sammelte die Zündschnur wieder ein und kontrollierte die Seeoberfläche auf tote Fische, die die Druckwelle nicht überlebt haben. Eine Handvoll kleiner Fische trieb auf der Seeoberfläsche, was ein anwesender Angler entspannt damit kommentierte, dass die in der Nacht durch Hechte gefressen werden und somit im Kreislauf der Natur bleiben.
Ungeklärt bleibt, wie die Handgranate in den See gelangt sein könnte, da rings um den Gurrensee im Zweiten Weltkrieg kaum größere Kampfhandlungen stattfanden und britische Soldaten in der Region gar nicht unterwegs waren.Auch entstand der See erst deutlich nach dem Krieg durch das Ausbaggern von Kies für den Autobahnbau.

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