Neu-Ulm: Ludwigstraße wird endlich zur Stadtpromenade

Große Baustelle

Die Stadt Neu-Ulm gestaltet endlich die Ludwigstraße um. Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger stellte beim Spatenstich die Pläne vor. Der Umbau beginnt am 18. Mai nach dem Stadtfest.

Die zentrale Verkehrsachse wird zur modernen Stadtpromenade. Das Ziel ist mehr Aufenthaltsqualität und eine Stärkung des Handels. Die Bauarbeiten sollen bis Herbst 2027 dauern.

Die Ludwigstraße prägt bisher ein tristes Bild. Sie zeigt sich im Design der 60er Jahre. Eine breite Fahrbahn dominiert den Raum. Der Gehweg für Fußgänger ist schmal. Viele Parkplätze verstärken den negativen Eindruck. Bäume in Pflanzkübeln wirken wie ein Alibi. Ein Reisebüro-Plakat weckt Sehnsüchte nach Palmen. Doch die Realität sieht anders aus. Die Neugestaltung soll das nun ändern. Sie verspricht eine deutliche Aufwertung.

Die Geschichte der Sanierung ist lang. Erste Überlegungen gab es bereits 2002. Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger erinnert sich: „Da war ich noch in der Schule.“ Die Pläne lagen lange auf Eis. 2016 wurde das Vorhaben neu aufgegriffen. Ein Vorentwurf und ein Stadtratsentwurf folgten. 2017 kam der Umsetzungsbeschluss. Wegen des Stadtjubiläums 2019 wurde der Bau verschoben. Andere Großprojekte wie das Heiners und der Heiner-Metzger-Platz hatten Vorrang.

Mehr Grün und Aufenthaltsqualität

Die Pläne gerieten erneut in einen Dornröschenschlaf. Erst 2023 wurden die Beschlüsse bestätigt. Die Verwaltung erhielt den Planungsauftrag. Im Juli 2025 folgte der Baudurchführungsbeschluss. Den Zuschlag erhielt die Firma Eckle aus Langenau. Albsteiger betont die Sensibilität des Themas. „Wir wissen, dass wir uns im Herzen der Stadt befinden“, sagt sie. Viele Gespräche mit Anliegern und Gewerbetreibenden fanden statt. Auf viele Wünsche sei man eingegangen. Das Gesicht der Innenstadt werde sich positiv verändern. „Doch bevor es blühen kann, müsse es regnen“ so Albsteiger.

Stadtbaudirektor Markus Krämer erläutert die Details. Für ihn ist es die letzte Pressekonferenz vor dem Ruhestand. Beim Spatenstich am 7. Mai ist er schon auf dem Weg nach Spanien in den Urlaub. Die Ludwigstraße sei eine zentrale Verkehrsachse. Eine Fußgängerzone wurde klar verneint. Der ÖPNV sei der springende Punkt. Eine Sperrung für Busse wäre „einfach suboptimal“. Der Durchgangsverkehr sei gering. Die Straße soll eine „funktionale und gestalterische Aufwertung im Sinne einer Stadtpromenade“ erfahren. Krämer kritisiert den aktuellen Zustand. „Kein einziger Baum wächst da wirklich“, sagt er. Die Fahrbahn sei „noch immer so richtig 60er Jahre“.

Die Fahrbahnbreite wird auf 6,50 Meter reduziert. Busse sollen sicher aneinander vorbeikommen. Die Zahl der Stellplätze wird erheblich verringert. Sie werden in den Untergrund verlegt. Es entstehen neue Außenflächen für die Gastronomie. Intensive Baumbepflanzungen sind geplant. Die Stadtpromenade soll sich in das Gesamtbild einfügen. Sie wird an die Marienstraße und Augsburger Straße anknüpfen. Ein durchgehender Weg von Ulm bis zur Glacisgalerie entsteht. Auch das Mobiliar wird erneuert. Für den Fahrradverkehr gibt es keinen eigenen Weg. Radfahrer nutzen die Straße gemeinsam mit dem motorisierten Verkehr. Die Stellplätze werden auf den Gehwegen angeordnet. Das soll die Gefahr von „Dooring“-Unfällen minimieren. Eine Gefährdung von Radfahrern durch Busse sieht Krämer nicht. Die Strecken zwischen den Kreuzungen seien zu kurz zum Überholen. Hauptabteilungsleiter Jochen Meissner stimmt ihm zu.

Umfassende Erneuerung im Untergrund

Für Meissner ist es der Lückenschluss in der Innenstadt. Zuvor holte die Stadt Feedback von Gewerbetreibenden ein. Auch die Bürgerschaft wurde informiert. Die Anregungen flossen in die Bauabwicklung ein. Nach dem Stadtfest beginnen die Arbeiten. Sämtliche Versorgungsleitungen werden erneuert. Die gesamte Ludwigstraße erhält Fernwärme. Glasfaser wird bis in die Häuser verlegt. Die Telekom erneuert ebenfalls ihre Leitungen. Auch die Straßenentwässerung wird neu sortiert. Mögliche Kampfmittel und Altlasten werden baubegleitet geprüft. Wegen der vielen Leitungen im Untergrund ist das im Vorfeld nicht möglich.

Auf Wunsch der Anwohner werden die Bauphasen geteilt. Die Abschnitte 3 und 4 zwischen Kasernstraße und Bahnhofstraße werden getrennt gebaut. So bleiben Läden und Häuser besser erreichbar.

Die Ludwigstraße ist die Hauptbusachse der Stadt. Ab 2027 sollen hier fast 1.000 Busse täglich fahren. Die Baumaßnahme ist ein großer Schmerz für die Verkehrsbetriebe. Die ersten Bauabschnitte finden daher unter Verkehr statt. Ab August wird die Ludwigstraße voll gesperrt, es wird über die Maximilianstraße sowie in der Gegenrichtung über die Schützenstraße umgeleitet . Die Sperrung dauert bis Herbst 2027.

Die Kosten für die Stadt betragen 3,3 Millionen Euro. Hinzu kommen die Kosten der Stadtwerke, der Fernwärme und der Telekom. Fördergelder in Höhe von 1,1 Millionen Euro werden erwartet.

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