Neu-Ulm - Tod auf der B28: Frau stirbt bei Raserunfall - mit Fotogalerie

Ermittlungen laufen

Bei einem schweren Unfall auf der B28 bei Senden ist am frühen Sonntagmorgen eine 58-jährige Frau ums Leben gekommen.

Eine 58-jährige Frau starb am frühen Sonntagmorgen auf der B28. Ihr Ford Kleinwagen wurde kurz vor Senden von einem Mercedes gerammt. Der schreckliche Unfall geschah kurz nach drei Uhr morgens auf der linken Spur. Der schwerverletzte Mercedes-Fahrer war nicht angeschnallt. Ein Gurt-Adapter täuschte das Sicherheitssystem seines Wagens. Zahlreiche Ersthelfer leisteten bis zum Eintreffen der Retter wertvolle Unterstützung, brauchten dann aber selbst Hilfe.

Der Unfall hinterließ seine Spuren der Verwüstung auf weit über einhundert Metern. Ein tiefer Kratzer im Asphalt zeigt den genauen Kollisionspunkt. Der Mercedes rammte mit sehr großer Wucht in das Heck des Ford. Beide Fahrzeuge schleuderten daraufhin unkontrolliert nach rechts. Sie walzten dabei über 50 Meter der Leitplanke nieder. Der Ford wurde von dem Mercedes noch meterweit vor sich hergeschoben. Schließlich kam der schwere Mercedes auf der rechten Spur zum Stehen. Das Wrack des Ford stieß schwer beschädigt in die Mittelleitplanke.

Viele Ersthelfer waren schnell zur Stelle. Sie setzten einen Notruf über einen schweren Unfall ab. Die genaue Anzahl der Verletzten war zunächst völlig unklar. Alexander Haas, Einsatzleiter der Feuerwehr Neu-Ulm, bestätigt dies. "Es war hier ein schwerer Verkehrsunfall gemeldet." Die Meldung sprach von "mehreren Fahrzeugen und mehreren beteiligten Personen". Die Ersthelfer begannen sofort mit der Versorgung der Opfer. Sie versuchten, die Insassen aus den demolierten Trümmern zu befreien.

Kampf um Leben und Betreuung für die Seele

Die Rettungskräfte fanden eine chaotische Lage vor. Fabio Minosa ist Einsatzleiter des Rettungsdienstes BRK Neu-Ulm. Er beschreibt die erste Meldung in der Nacht. "Gegen 03:15 Uhr sind wir auf die B28 alarmiert worden." Die unklare Meldung sprach von "mehrere Personen eingeklemmt, mehrere Bewusstlose". Nach der Sichtung war die Bilanz erschütternd. "Insgesamt 3 Schwerstverletzte, wovon eine verstorben ist", so Minosa. Für die 58-jährige Fahrerin des Ford kam jede Hilfe zu spät. Der Notarzt konnte nur noch ihren Tod feststellen.

Ein Rettungshubschrauber aus München war bereits im Anflug. Er wurde jedoch nach der Todesfeststellung wieder abbestellt. Der Fahrer des Mercedes wurde schwerverletzt in eine Klinik gebracht. Er war zum Unfallzeitpunkt nicht angeschnallt. Ein sogenannter Gurt-Adapter hatte dem Auto vorgegaukelt, der Gurt sei im Schloss. Solche Adapter verhindern das Warnsignal bei nicht angelegtem Gurt. Die Staatsanwaltschaft Memmingen ordnete eine genaue Untersuchung an. Ein Sachverständiger für Unfallanalytik wurde zur Klärung hinzugezogen.

Der Einsatz war auch eine enorme seelische Belastung. Dies galt besonders für die vielen Zeugen und Ersthelfer. Der Rettungsdienst kümmerte sich um etwa 15 Personen. "Zehn haben tatsächlich Betreuung benötigt", präzisiert Fabio Minosa. Drei Notfallseelsorger wurden zur Betreuung an die Unfallstelle gerufen. Sie sprachen mit den sichtlich betroffenen Menschen und halfen ihnen. Sie sollten das schreckliche Erlebte besser verarbeiten können.

Eine Strecke mit schrecklicher Vergangenheit

Für die erfahrenen Einsatzkräfte war dieser Einsatz belastend. Besonders die Unfallstelle weckte schlimme Erinnerungen. Feuerwehreinsatzleiter Alexander Haas drückt es so aus. "Schon etwas komisch, dass ein ähnlicher Verkehrsunfall sich fast anderthalb Jahre später noch mal wiederholt." Denn dieser Abschnitt der B28 ist ein bekannter Unfallschwerpunkt. In den letzten Jahren ereigneten sich hier mehrere schwere Unfälle. Zwei davon endeten in der jüngeren Vergangenheit ebenfalls tödlich.

Nur wenige Hundert Meter entfernt geschah ein ähnliches Drama. Wieder am frühen Sonntagmorgen. Am 30. Oktober 2022, um 02:35 Uhr nachts. Ein 28-jähriger BMW-Fahrer rammte das Auto eines 22-Jährigen. Er fuhr laut Unfallgutachten mit mindestens 221 Kilometern pro Stunde. Der 22-jährige Mann starb noch an der Unfallstelle. Der Verursacher hatte 1,78 Promille Alkohol im Blut. Er wurde später zu drei Jahren Haft verurteilt. Ein weiterer tödlicher Unfall passierte am 30. Januar 2024. Im Dreieck Neu-Ulm starb eine 69-jährige Frau. Ein Maserati-Fahrer hatte beim Rechtsüberholen die Kontrolle über sein Auto verloren und eine unbeteiligte Autofahrerin getötet.

Zurück zum aktuellen Geschehen in der Nacht zum Sonntag. Das Technische Hilfswerk (THW) aus Neu-Ulm rückte an. 15 Helfer leuchteten die weitläufige Unfallstelle aus. Die vierspurige Bundesstraße war für Stunden komplett gesperrt. Die Sperrung dauerte bis weit in den Vormittag hinein. Polizei und Feuerwehr organisierten eine aufwendige Umleitung. Sie ließen Fahrzeuge hinter der Unfallstelle wenden. Diese mussten dann zum Dreieck Neu-Ulm zurückfahren. Die Ermittlungen der Polizei zur genauen Unfallursache dauern an.

Fotogalerie

Das könnte Dich auch interessieren

23.02.2026 Hunde irren nach Unfall über die A7 Zwei Hunde irren nach Unfall über die A7 bei Neu-Ulm. 19.02.2026 Polizeipräsidium Ulm stellt Statistik für 2025 vor Im Bereich des Polizeipräsidiums Ulm – dazu gehören die Landkreise Alb-Donau, Biberach, Göppingen, Heidenheim sowie die Stadt Ulm – stieg die Zahl der Unfälle im Vergleich zum Vorjahr nur leicht auf 23.789 Fälle (2024: 23.687). Positiv entwickelte sich die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden, die auf 2.748 sank (-21, -1,0 %). Besonders erfreulich ist der 09.02.2026 Unbekannte Substanz versprüht – Sieben Verletzte in Neu-Ulm Sieben Mitarbeiter eines Lagerhauses in Neu-Ulm haben mutmaßlich durch eine versprühte Flüssigkeit Reizungen der Augen und Atemwege erlitten. Zwei Menschen sollen nach Aussage eines Bereichsleiters in einem Treppenhaus eine unbekannte Substanz versprüht haben, teilte die Polizei mit. Zuvor ging man nach einem ersten Notruf davon aus, dass es zu einem Gasaustritt kam. Feuerwehr, Polizei und 04.12.2025 Neu-Ulm: Lieferwagen fährt auf Gehweg und erfasst Fußgänger Laut Polizei soll der Fahrer den Fußgänger mit seinem Fahrzeug circa einen Meter weit geschoben haben. Der 59-Jährige stürzte und verletzte sich leicht. Zuvor hatte der Fußgänger den Fahrer darauf aufmerksam gemacht, dass er sich auf einem Fuß- und Radweg befindet. Daraufhin fuhr der Mann ihn an und beleidigte ihn beim Davonfahren auch noch. Die