Neu-Ulmer Feuerwehren am Limit – zentrales Katastrophenschutzlager geplant

Blaulicht

Mehr als 4.300 Einsätze, steigende Belastung und neue Pläne für den Katastrophenschutz: Die Feuerwehren im Kreis Neu-Ulm ziehen Bilanz – und stellen wichtige Weichen für die Zukunft.

Die Feuerwehren im Landkreis Neu-Ulm hatten im Jahr 2024 so viele Einsätze zu bewältigen wie noch nie zuvor: Insgesamt 4.305 Mal rückten die ehrenamtlichen Einsatzkräfte aus – das entspricht durchschnittlich zwölf Einsätzen pro Tag. Diese Zahlen stellte Kreisbrandrat Dr. Bernhard Schmidt bei der Dienstversammlung aller Feuerwehrkommandanten im Bürgerhaus Senden vor.

Neben Bränden und technischen Hilfeleistungen waren die Einsatzkräfte auch bei medizinischen Notfällen, Gefahrgutlagen und zahlreichen weiteren Ereignissen gefragt. Besonders belastend: Bei 283 Einsätzen leisteten sie medizinische Erstversorgung, in 63 Fällen fanden sie Menschen in hilfloser Lage – für 40 Personen kam jedoch jede Hilfe zu spät.

Herausforderungen für die Zukunft

Mit derzeit 3.401 aktiven Feuerwehrleuten, darunter 357 Frauen, sowie über 850 Nachwuchskräften in der Jugend- und Kinderfeuerwehr ist der Landkreis personell gut aufgestellt. Dennoch macht der anhaltende Anstieg der Einsatzzahlen deutlich, wie groß die Herausforderungen für die Zukunft sind – auch in logistischer Hinsicht.

Als Reaktion auf Erfahrungen während der Corona-Pandemie und des Hochwassers 2023 kündigte Kreisbrandrat Schmidt daher ein zentrales Katastrophenschutzlager für den Landkreis an. Dieses Lager soll künftig Hilfsgüter wie Feldbetten, Hygieneartikel, Desinfektionsmittel und Sandsäcke dauerhaft und einsatzbereit vorhalten – eine zentrale Anlaufstelle für alle Blaulichtorganisationen im Katastrophenfall.

Finanziert werden soll das Projekt durch Fördermittel von Bund und Land sowie durch bereits eingeplante Mittel im Haushalt des Landkreises Neu-Ulm. Der Kreisbrandrat betonte, dass in den letzten Jahrzehnten viele Bestände im Katastrophenschutz reduziert oder abgeschafft worden seien, was sich in Krisenzeiten als gravierender Nachteil erwiesen habe. Diese Lücken gelte es nun zu schließen – dauerhaft und vorausschauend.

Die Dienstversammlung wurde mit einer Reihe von Ehrungen für langjährige Verdienste im Feuerwehrdienst abgerundet.

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