Neue Forschungsanlage bei Heidenheim soll CO₂ aus Zementproduktion auffangen

Mehr als 120 Millionen Euro investiert

Zementherstellung verursacht viel CO₂. Bei Heidenheim wird jetzt eine neue Technik getestet, die einen Großteil davon auffangen soll. Mit dabei ist auch der Ulmer Baustoffkonzern Schwenk.

Auf dem Gelände des Zementwerks in Heidenheim-Mergelstetten ist eine neue Forschungsanlage zur CO₂-Abscheidung eingeweiht worden. Sie soll zeigen, wie Kohlendioxid bei der Zementproduktion künftig möglichst vollständig aufgefangen werden kann, bevor es in die Atmosphäre gelangt. An dem Projekt ist auch der Ulmer Baustoffhersteller Schwenk beteiligt.

Reiner Sauerstoff statt normaler Luft

Getestet wird das sogenannte Pure-Oxyfuel-Verfahren. Vereinfacht gesagt: Beim Brennen des Zementklinkers wird reiner Sauerstoff statt normaler Umgebungsluft eingesetzt. Dadurch steigt der CO₂-Anteil im Abgas auf rund 90 Prozent. Das Kohlendioxid lässt sich so deutlich leichter abscheiden.

Ziel der Forschung ist es, möglichst große Mengen des entstehenden CO₂ effizient aufzufangen. Die Technik soll auch bei den Emissionen ansetzen, die bei der Verarbeitung von Kalkstein entstehen und sich beim klassischen Herstellungsprozess nicht einfach vermeiden lassen.

Mehr als 120 Millionen Euro investiert

Hinter dem Projekt „catch4climate“ stehen vier europäische Zementhersteller: Buzzi/Dyckerhoff, Heidelberg Materials, Vicat und Schwenk aus Ulm. Die Unternehmen haben sich bereits 2019 für das Forschungsprojekt zusammengeschlossen.

Mehr als 120 Millionen Euro wurden in die Anlage in Mergelstetten investiert. Öffentliche Fördermittel wurden nach Angaben der beteiligten Unternehmen nicht genutzt. Die eigene Drehofenlinie kann bis zu 450 Tonnen Zementklinker am Tag produzieren und dient ausschließlich der Forschung und Entwicklung.

Technik muss sich jetzt im Betrieb beweisen

Nach sieben Jahren Planung, Entwicklung und Bau wurde die Anlage am 8. Juli 2026 offiziell eingeweiht. Jetzt soll das Verfahren unter realen Bedingungen weiter getestet werden. Ob und wie sich die Technik später großflächig in Zementwerken einsetzen lässt, ist Teil der Forschung. Das abgeschiedene CO₂ könnte künftig gespeichert oder als Rohstoff für andere industrielle Prozesse genutzt werden.

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