Medikamente, Psychotherapie und weitere Behandlungsangebote können bei Schizophrenie helfen. Doch nicht bei jedem Patienten lassen sich alle Symptome ausreichend kontrollieren. Eine zusätzliche Möglichkeit, die seit Jahren wissenschaftlich untersucht wird, ist die repetitive transkranielle Magnetstimulation, kurz rTMS. Auch am Bezirkskrankenhaus Günzburg werden solche Neurostimulationsverfahren angeboten.
Bei der rTMS werden bestimmte Bereiche des Gehirns von außen mit wiederholten Magnetimpulsen stimuliert. Ein operativer Eingriff ist dafür nicht nötig. Am BKH Günzburg beschäftigt sich jetzt Oberärztin Dr. Christiane Licht mit Neurostimulation. Sie will damit Fällen aus der Region helfen.
Bei Schizophrenie wurde insbesondere untersucht, ob eine niederfrequente rTMS bei anhaltenden akustischen Halluzinationen helfen kann. Die aktuelle deutsche S3-Leitlinie beschreibt einen möglichen Effekt, weist aber auch auf eine noch begrenzte und teilweise uneinheitliche Studienlage hin. rTMS ist deshalb kein garantiertes Mittel, um Stimmenhören verschwinden zu lassen, sondern kann als zusätzliche Behandlungsmöglichkeit infrage kommen.
Wie schwer psychotische Symptome in einzelnen Fällen werden können, wurde zuletzt auch in Ulm deutlich.
Im August 2026 entschied das Landgericht Ulm über den Messerangriff auf einen Mitarbeiter eines Elektronikmarktes vom Januar. Das Gericht ging davon aus, dass der 30-jährige Täter an einer paranoiden Schizophrenie litt und Stimmen hörte, die ihm die Tat befahlen. Wegen Schuldunfähigkeit wurde er nicht zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Das Gericht ordnete stattdessen seine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an.
Wichtig dabei: Solche Fälle sind nicht typisch für Menschen mit Schizophrenie. Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie betont, dass die überwiegende Mehrheit der Betroffenen nicht gewalttätig ist. Aus der Diagnose Schizophrenie allein lässt sich nicht darauf schließen, ob ein Mensch gefährlich ist. Das Risiko kann allerdings bei bestimmten unbehandelten Symptomen und zusätzlichen Faktoren wie Alkohol- oder Drogenkonsum steigen. Eine konsequente psychiatrische Behandlung kann dieses Risiko senken.