Neues Gesetz verbietet Schottergärten in Baden-Württemberg

Ministerpräsident Winfried Kretschmann findet sie „fürchterlich“: Steingärten soll es in Baden-Württemberg nicht mehr geben. Das ist aber nur ein Punkt in der grün-schwarzen Gesetzesnovelle zum Artenschutz. Das Gesetz ist jetzt im Landtag beschlossen worden. Im Landtag ist von einem Meilenstein für Naturschutz und Landwirtschaft gesprochen worden.




Baden-Württemberg will Schottergärten aus der Landschaft verbannen. Die grün-schwarze Landesregierung hat ihren Gesetzentwurf für mehr Artenschutz Ende Juni ins Parlament eingebracht. Dieser sieht unter anderem vor, dass Schottergärten im Interesse des Artenschutzes und der Artenvielfalt vermieden werden sollen.

Neues Gesetz gilt ab 1. August

Der Landtag hat dem jetzt zugestimmt, das Gesetz ist beschlossene Sache. Es tritt am Tag nach seiner Verkündung im Gesetzblatt in Kraft, also spätestens am 1. August.

Laut Umweltministerium sind Schottergärten im Südwesten schon vorher nicht zulässig gewesen. Sie seien aber in Mode gekommen, da sie als pflegeleicht gälten. „Dass die Schottergärten eigentlich verboten sind, ist den meisten nicht bekannt“, so ein Sprecher. Das Verbot wird in der anstehenden Gesetzesnovelle klargestellt. Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat Stein- und Kiesgärten schon vor rund einem Jahr als „fürchterlich“ bezeichnet.

Schottergärten umgestalten

Bereits existierende Schottergärten müssen also im Zweifel beseitigt oder umgestaltet werden, so der Ministeriumssprecher. „Wir setzen vor allem auf Kooperation, die Einsicht der Eigentümer und die Überzeugungskraft der Verwaltung vor Ort.“ Grundsätzlich müsse der Hauseigentümer von sich aus Schottergärten beseitigen. Sonst drohten Kontrollen und Anordnungen – es sei denn, die Gärten seien älter als die bestehende Regelung in der Landesbauordnung, die nach Angaben des Ministeriums schon seit Mitte der 1990er Jahre existiert.

Weniger Pflanzenschutzmittel, mehr Ökolandbau, Streuobstwiesen schützen

Die Gesetzesnovelle sieht unter anderem auch vor, dass der Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel bis 2030 um 40 bis 50 Prozent reduziert werden soll. Die geplanten Änderungen sind mit dem Volksbegehren «Rettet die Bienen» ins Rollen geraten, gegen das vor allem Landwirte Sturm gelaufen waren. Naturschützer und Bienenfreunde hatten sich schließlich bereit erklärt, mit der Landesregierung an einem alternativen Entwurf zu arbeiten.

Weitere Ziele: Der Anteil des Ökolandbaus soll bis 2030 auf 30 bis 40 Prozent anwachsen. Von 2022 an ist der Einsatz aller Pestizide in Naturschutzgebieten verboten. Streuobstwiesen sollen ab einer Größe von bis zu 1500 Quadratmeter strenger geschützt werden als bisher.

Meilenstein für Naturschutz und Landwirtschaft

Redner der Regierungskoalition haben im Landtag von einem Meilenstein für Naturschutz und Landwirtschaft gesprochen.  Auch für Umweltminister Franz Untersteller ist es ein besonderer Tag: „Im Einklang mit Naturschutz- und Landwirtschaftsverbänden haben wir heute ein Gesetzespaket beschlossen, das sich wirklich sehen lassen kann. Ich bin überzeugt, dass es nicht nur landesweit große Beachtung finden, sondern auch auf Bundesebene richtungsweisend sein wird.“



Die Initiatoren des Volksbegehrens fordern allerdings mittelfristig deutlichere Maßnahmen für den Artenschutz. „Kompromiss bedeutet, dass in vielen Fragen lediglich erste Schritte gegangen werden“, so David Gerstmeier zum Gesetzentwurf. „Im Gegensatz zu uns macht die Natur aber keine Kompromisse, es muss also künftig weitere Verschärfungen geben, um das Artensterben zu stoppen.“

Den Gesetzentwurf finden Sie hier.

Das könnte Dich auch interessieren

18.10.2025 Stuttgart: Lotto-Spieler darf sich über fast 1,2 Millionen Euro freuen Bei der Eurojackpot-Ziehung am Freitag hat ein Tipper aus Stuttgart mit fünf Richtigen und einer richtig vorausgesagten Euro-Zahl knapp 1,2 Millionen Euro abgeräumt. Im Landkreis Reutlingen darf sich ein zweiter Lottospieler über einen hohen Gewinn freuen: Er erhält etwas mehr als 112.000 Euro. Laut Lotto Baden-Württemberg liegt die Wahrscheinlichkeit auf einen Gewinn bei der europäischen 02.03.2026 Wer wird neuer Ministerpräsident und wer schaffts in den Landtag? Alles zur Landtagswahl 2026! Am 8. März 2026 wird in Baden‑Württemberg ein neuer Landtag gewählt. Laut aktuellen Umfragen liegen CDU, Grüne und AfD vorne. SPD, FDP und Linke werden voraussichtlich über die 5%‑Hürde kommen. Wir zeigen, welche Kandidierenden in den Wahlkreisen unseres Sendegebiets besonders relevant sind. 19.02.2026 Wahlkampf am Stammtisch: Özdemir und Hagel im Schlagabtausch Der politische Aschermittwoch bietet seit Jahrzehnten traditionell die Bühne, um auf den politischen Gegner draufzuhauen. In der Hochphase eines Landtagswahlkampfs gehören gegenseitige Attacken ebenfalls dazu. Und wenn beides zusammenfällt? Keine 20 Tage vor der Landtagswahl galt das Augenmerk diesmal den Spitzenkandidaten von Grünen und CDU – denn nur sie haben reale Chancen auf den Job 19.11.2025 Ulm: Große Finanzspritze für Albert Einstein Discovery Center Das Albert Einstein Discovery Center Ulm e.V. erhält 150.000 Euro von der Carl-Zeiss-Stiftung, um die Ausstellung für das geplante Erlebniszentrum weiterzuentwickeln. Die Mittel fließen in die Ausarbeitung des Ausstellungskonzepts, die Entwicklung von Storylines, das szenografische Design sowie die Planung interaktiver Exponate. Ziel ist es, Einsteins Leben, seine Theorien und deren heutige Bedeutung anschaulich zu vermitteln.