Neues System soll Hochwasserschutz in Ulm flexibler machen

Krisenmanagement

Die Stadt Ulm setzt künftig auf ein neues mobiles Hochwasser- und Starkregenschutzsystem. Es soll im Ernstfall schneller aufgebaut werden können als ein klassischer Sandsackverbau.

Nach Angaben der Stadt braucht das neue System deutlich weniger Einsatzkräfte. Es ist Teil des ersten Maßnahmenpakets aus dem 2025 erstellten Zukunftskonzept Krisenmanagement. Damit will Ulm die Vorsorge gegen Hochwasser und Starkregen verbessern und die Stadt widerstandsfähiger gegen Krisen machen.

System ist bereits einsatzbereit

Gelagert wird die neue Hochwasserbarriere ab sofort am Standort Kastbrücke der Entsorgungsbetriebe Ulm zwischen Donautal und Wiblingen. Dort ist das System auch einsatzbereit. An diesem Standort fand zuletzt auch ein Training mit der neuen Ausrüstung statt. Der norwegische Hersteller Haawal gibt an, dass eine rund zehn Meter lange Schutzwand von zwei Personen in etwa fünf Minuten aufgebaut werden kann.

Gerade bei Starkregenereignissen soll das System einen Vorteil bringen, wenn die Lage früh genug erkannt wird und die Alarmierung rechtzeitig erfolgt. Auch unebenes Gelände soll den Aufbau nicht verhindern.

So funktioniert die Hochwasserbarriere

Die mobile Barriere besteht aus einzelnen Modulen mit einem L-förmigen Querschnitt. Jedes Modul hat eine Wand- und eine Bodenplatte, die durch eine Stützkonstruktion stabilisiert werden. Steigt das Wasser an und drückt gegen die Barriere, erhöht sich gleichzeitig der Druck auf die Bodenplatte. Dadurch stabilisiert sich das System zusätzlich selbst. Eine flexible Dichtung sorgt dafür, dass auch unebene Untergründe besser abgedeckt werden können. Bei steigendem Wasserstand wird die Dichtungs-Membran durch den Wasserdruck an den Boden gepresst und unterstützt so die Abdichtung.

Die Module können außerdem in verschiedenen Winkeln miteinander verbunden werden. Dadurch lässt sich das System flexibel an unterschiedliche Einsatzorte anpassen.

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