Nitrat-Alarm im Kreis Biberach: Jeder sechste Brunnen über dem Grenzwert

Private Brunnen ausgewertet

Im Kreis Biberach ist die Nitratbelastung im Grundwasser weiter ein Problem. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des VSR-Gewässerschutz. Demnach überschreitet mehr als jeder sechste getestete private Brunnen den geltenden Nitrat-Grenzwert.

Im Kreis Biberach ist die Nitratbelastung im Grundwasser laut dem Verein VSR-Gewässerschutz weiterhin hoch. Für die Auswertung hat der Verein private Brunnenwasserproben aus den Jahren 2021 bis 2025 untersucht.

Das Ergebnis: 15,2 Prozent der getesteten Brunnen überschreiten den gesetzlichen Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter. Wasser mit einer so hohen Belastung gilt als nicht mehr als Trinkwasser geeignet. Bei 1,2 Prozent der Proben lag der Wert sogar über 100 Milligramm pro Liter. Weitere 38,4 Prozent der untersuchten Brunnen lagen mit Werten zwischen 25 und 50 Milligramm pro Liter zwar noch unter dem Grenzwert, gelten aus Umweltsicht aber bereits als belastet.

Landwirtschaft als Hauptursache

Als Hauptgrund nennt der Verein die intensive landwirtschaftliche Nutzung im Kreis Biberach. Nach Angaben des VSR werden rund 57 Prozent der Fläche landwirtschaftlich genutzt, ein großer Teil davon als Ackerland. Besonders der Maisanbau steht in der Kritik, weil überschüssiges Nitrat leichter ins Grundwasser gelangen kann.

Wichtig bei der Einordnung: Die Zahlen stammen nicht aus einer amtlichen, flächendeckenden Messung, sondern aus freiwillig eingesendeten Wasserproben privater Brunnenbesitzer. Die Daten geben deshalb einen Hinweis auf die Belastung, sind aber nicht automatisch repräsentativ für den gesamten Kreis.

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