Offener Hilferuf der SSV-Kapitäne sorgt für Erdbeben in Ulm

3. Liga | SSV Ulm 1846 Fußball

Beim SSV Ulm 1846 Fußball brennt es lichterloh. Nach dem 0:5 gegen Rostock schlagen die Kapitäne Johannes Reichert und Christian Ortag Alarm, mit einem offenen Brief an den Aufsichtsrat. Darin fordern sie einen kompletten Neuanfang und warnen: „Die Situation ist unerträglich geworden.“

Beim SSV Ulm 1846 Fußball ist nach dem 0:5 gegen Hansa Rostock nichts mehr, wie es war. Fünf Niederlagen in Serie, 19 Gegentore und eine Mannschaft, die sichtbar verunsichert ist. Nun haben die beiden Kapitäne Johannes Reichert und Christian Ortag mit einem internen Schreiben an den Aufsichtsrat für ein Beben gesorgt. Der Brief, der am Sonntagabend öffentlich wurde, ist ein offener Hilferuf.

Im Mittelpunkt steht der Appell, die sportliche Leitung grundlegend zu hinterfragen und die Spieler nicht länger allein zu lassen. Reichert und Ortag beschreiben eine Mannschaft, die mit der Situation überfordert ist, und fordern Konsequenzen.

Nach der Veröffentlichung des Schreibens ist klar: Die Krise in Ulm hat längst mehr als sportliche Ursachen. Sie ist emotional, sie ist menschlich und sie fordert jetzt Antworten.

 

Der Brief der SSV-Kapitäne im Wortlaut

Liebe Aufsichtsräte, liebe Unterstützer unseres geliebten SSV,

Als langjährige Kapitäne fühlen wir uns zutiefst verpflichtet, für unsere Mannschaftskollegen einzustehen, besonders jetzt, wo sie in einer so schwierigen Lage sind. Wir müssen euch mit schwerem Herzen mitteilen, dass die Situation innerhalb des Teams mittlerweile unerträglich geworden ist. Die Atmosphäre ist vergiftet, das Vertrauen zerstört. Das Verhältnis zwischen Mannschaft, Trainer und vor allem dem Sportdirektor ist komplett zerrüttet.

Die Spieler stehen völlig schutzlos da. Sie bekommen keinerlei Rückendeckung, keine Unterstützung, kein Vertrauen. Stattdessen werden sie intern und öffentlich zu Sündenböcken gemacht. Viele von uns sind am Ende ihrer Kräfte – seelisch, emotional und menschlich. Auch für uns persönlich ist die Situation kaum noch auszuhalten.

Darum bitten wir euch aus tiefstem Herzen: Handelt jetzt, bevor es zu spät ist. Wir brauchen im sportlichen Bereich einen kompletten Neuanfang, um überhaupt noch die kleine Chance auf den Klassenerhalt zu wahren.

Diese Mannschaft braucht dringend Hilfe, sie braucht Menschen, die an sie glauben, die hinter ihr stehen, die ihr das Gefühl geben, nicht allein zu sein. Wir dürfen die Spieler nicht im Stich lassen – nicht als Sportler und nicht als Menschen.

Wir flehen euch an: Greift ein, steht uns bei und helft uns, den Karren wieder aus dem Dreck zu ziehen, bevor alles zu spät ist.

Danke von Herzen für euer offenes Ohr und eure Unterstützung.

Liebe Grüße
Jo Reichert & Christian Ortag

 

Wie der Aufsichtsrat des Vereins auf diesen dramatischen Appell reagiert, ist offen. Klar ist: Der SSV steht an einem Wendepunkt.
Nach der Länderspielpause wartet das Kellerduell in Havelse, das jetzt mehr denn je zum Spiel der Wahrheit wird.

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