Der Oktober 2026 hat in Schwaben erneut ungewöhnlich hohe Temperaturen gebracht. Nach einem bereits sehr warmen Sommer und Frühherbst lag die Durchschnittstemperatur laut Wetterwarte Süd rund 1,5 Grad über dem langjährigen Mittel.
Besonders die erste Monatshälfte fiel deutlich zu warm aus. Bis zum 17. Oktober lagen die Temperaturen zeitweise etwa vier Grad über den üblichen Werten. Anfang des Monats und am 7. Oktober wurde an mehreren Orten sogar noch die Sommermarke von 25 Grad überschritten. Den höchsten Wert im Messnetz der Wetterwarte Süd verzeichnete Herretshofen mit 25,9 Grad.
Erst in der zweiten Monatshälfte wurde das Wetter herbstlicher. In den Niederungen bildeten sich zunehmend Nebel und Hochnebel, während auf den Höhenlagen häufig die Sonne schien. Insgesamt lag die Sonnenscheindauer vielerorts im normalen Bereich oder leicht darüber.
Auch beim Niederschlag gab es große regionale Unterschiede. An vielen der rund 280 Messstationen der Wetterwarte Süd fiel erstmals seit Februar wieder mehr Regen als im langjährigen Monatsdurchschnitt. Besonders nass war es auf der westlichen Schwäbischen Alb. In Winterlingen wurden insgesamt 121,8 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen. In Meßstetten-Appental fielen allein in der Nacht zum 5. Oktober bei einem heftigen Gewitter 73 Liter pro Quadratmeter. Auch auf der Bergerhöhe bei Wangen, in Waldburg und in Wolfertschwenden im Unterallgäu wurden jeweils mehr als 100 Liter pro Quadratmeter registriert.
Anders sah es in Teilen des Sendegebiets aus: Entlang der Donau ab Ehingen, in der Göge, auf der Ostalb und in Teilen Oberschwabens blieb der Niederschlag unter dem langjährigen Durchschnitt. Auch im Allgäu und am Bodensee wurde das übliche Regensoll vielerorts nicht erreicht.
Trotz der Niederschläge konnte das große Wasserdefizit aus den vergangenen Monaten nicht ausgeglichen werden. Das bestätigt auch der Deutsche Wetterdienst: Deutschlandweit fehlten Ende Oktober seit Jahresbeginn rund 120 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gegenüber dem langjährigen Mittel. Besonders deutlich zeigt sich die Trockenheit an den Wasserständen. Am Bodensee und an zahlreichen Bächen und Flüssen waren die Pegel Ende Oktober weiterhin ungewöhnlich niedrig.
Im Bodenseekreis wurde das Verbot zur Wasserentnahme aus vielen öffentlichen Gewässern deshalb bis zum 30. November verlängert. Auch im Landkreis Konstanz gelten entsprechende Einschränkungen.
Die bisherige Jahresbilanz der Wetterwarte Süd fällt deutlich aus: 2026 war in der Region bislang erheblich zu warm, außergewöhnlich sonnig und insgesamt deutlich zu trocken.
Sollten die kommenden Wochen nicht wesentlich kälter und niederschlagsreicher ausfallen, könnte 2026 zumindest regional als besonders auffälliges Wetterjahr in die Statistik eingehen. Ob tatsächlich neue Rekorde erreicht werden, lässt sich allerdings erst nach Jahresende beurteilen.