Pinkeln für Beton: Stuttgarter Forscher setzen auf Urin für klimafreundliches Bauen

Pipipause für den guten Zweck?

Pinkeln für Beton: Forscher der Uni Stuttgart haben auf der Reisemesse CMT Urin von Campern gesammelt, um klimafreundlichen Bio-Beton herzustellen. Mit Bakterien ersetzt der Harn den Zement und senkt damit die CO₂-Bilanz der Branche deutlich. Für einen Kubikmeter braucht es aber rund 26.000 Liter.

Ungewöhnliche Wege in der Baustoff-Forschung: Ein Team der Universität Stuttgart sammelt Urin von Campern, um daraus Bio-Beton herzustellen. Auf der Reisemesse CMT konnten Besucher literweise Harn in Sammelcontainer gießen – ein Beitrag zur nachhaltigen Alternative für herkömmlichen Zement.

Der Clou: Statt Zement, dessen Herstellung große Mengen CO₂ freisetzt, nutzen die Wissenschaftler Bakterien, die den Harnstoff im Urin in Calciumcarbonat-Kristalle umwandeln. So härtet der Beton sogar schneller aus und ist gleichzeitig deutlich umweltfreundlicher.

Alternative für die Bauindustrie?

Die Idee stößt auf reges Interesse, denn die globale Zementindustrie ist für rund sechs bis sieben Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen verantwortlich. Für größere Betonstücke wird allerdings viel Urin benötigt: Ein Kubikmeter Biobeton erfordert etwa 26.000 Liter.

Um die Mengen zu erreichen, suchen die Stuttgarter Forscher nun neue Sammelstellen und Kooperationspartner – von Flughäfen bis zu Festivals. Auch Fragen zur Zusammensetzung des Urins, etwa durch Medikamenten- oder Hormoneinfluss, sollen künftig untersucht werden.

„Wir bauen auf Urin“, scherzt Professor Lucio Blandini, Leiter des Instituts für Leichtbau, Entwerfen und Konstruieren (ILEK), der das Projekt leitet. Auch wenn viele bei dem Satz zunächst schmunzeln, könnte der Bio-Beton schon bald eine ernsthafte Alternative für die Bauindustrie sein.

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