Polizei ermittelt wegen gefälschter Fahndungsplakate

Was steckt dahinter?

In einem Urlaubsort im Allgäu tauchen über Nacht mehrere Fahndungsplakate auf: Ein Mann werde wegen eines sexuellen Übergriffs auf einen Jungen gesucht. Doch in Wahrheit ist die Lage ganz anders.

Im Allgäuer Urlaubsort Oberstdorf sind über Nacht mehrere gefälschte Polizei-Fahndungsplakate mit dem Foto eines echten Mannes aufgetaucht.

Ein bislang unbekannter Täter habe nach ersten Erkenntnissen rund zehn solcher Plakate an öffentlichen Orten in der Gemeinde angebracht, sagte ein Polizeisprecher.

Darauf hieß es demnach, der abgebildete junge Mann werde wegen eines sexuellen Übergriffs auf einen Jungen auf einem Spielplatz in der Gemeinde gesucht. Als Urheber wird die «Polizei Schwaben/West» genannt.

Gegen den Mann werde aber nicht ermittelt, er werde einer solchen Straftat nicht verdächtigt und auch nicht gesucht, betonte der Polizeisprecher.

«Absolute Grenzüberschreitung»

«Das ist eine absolute Grenzüberschreitung und aus unserer Sicht höchst verwerflich», sagte der Sprecher des Polizeipräsidiums in Kempten.

Die Polizei ermittle nun wegen des Verdachts der falschen Verdächtigung und der Verleumdung. Auch Amtsanmaßung und Urkundenfälschung kämen möglicherweise in Betracht. Es gehe dem Täter offensichtlich darum, dem auf dem Plakat abgebildeten Mann zu schaden.

Der Geschädigte selbst habe die Polizei kontaktiert, nachdem er von den Plakaten erfahren hatte. Die Beamten stellten die Plakate sicher.

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