Polizei räumt Hof von Reichsbürger-Ikone

Bauer Alois

Nach jahrelangem Widerstand wurde der Hof des als „Reichsbürger-Held“ bekannten Bauern Alois bei Bad Wurzach am Donnerstagmorgen von der Polizei geräumt.

Am Donnerstagmorgen, den 17. Oktober 2024, endete der langjährige Konflikt um den Hof des 65-jährigen Bauern Alois bei Bad Wurzach, Kreis Ravensburg, wie die Stuttgarter Zeitung berichtet.

Trotz mehrfacher Zwangsversteigerungen beharrte der Landwirt, der in der Reichsbürger-Szene als Symbol des Widerstands gefeiert wird, weiterhin darauf, dass der Hof sein Eigentum sei. Selbst als mehrere Dutzend Polizeibeamte mit Panzerwagen und Polizeifahrzeugen vorfuhren, ließ sich Bauer Alois nicht zum Aufgeben bewegen, wie es im StZ-Bericht heißt.

Er verbarrikadierte sich in seinem Haus, während die Polizei über Lautsprecher versuchte, ihn zur Aufgabe zu bewegen.

Laut Angaben des Polizeipräsidiums Ravensburg verlief die Zwangsräumung ohne besondere Zwischenfälle. Alois wurde vorübergehend festgenommen und gegen Mittag wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Aktion erfolgte in Amtshilfe für einen Gerichtsvollzieher.

Unterstützung aus den sozialen Netzwerken

Alois hatte in den vergangenen Jahren zunehmend Unterstützung in den sozialen Netzwerken, insbesondere von Reichsbürgern und Querdenker-Gruppen, erhalten. So forderten prominente Figuren dieser Bewegungen wie Daniel Langhans von der Ulmer Querdenken-Bewegung dazu auf, ein Protestcamp auf dem Hof zu errichten.

Auch Matthes Haug, ein Vertrauter von Heinrich XIII. Prinz Reuß, dem mutmaßlichen Kopf einer Reichsbürgerverschwörer-Gruppe, wollte Alois juristisch zur Seite stehen. Dennoch blieb am Donnerstag jede Form von Protest aus.

Verlängerter Kampf gegen Behörden

Der Hof, bestehend aus einem alten Bauernhaus, mehreren Schuppen und 14 Hektar Land, war bereits 2012 erstmals zwangsversteigert worden. Dennoch weigerte sich Bauer Alois, das Anwesen zu verlassen.

Nach einer erneuten Versteigerung im Dezember 2023 erhielt der Betreiber einer Biogasfirma den Zuschlag, doch Alois blieb stur. Den Räumungsbescheid ließ er ungeöffnet an seiner Scheune hängen.

Bereits 2011 hatte das Veterinäramt Ravensburg Alois‘ Nutztiere beschlagnahmt, da die hygienischen Bedingungen als untragbar eingestuft wurden. Der Landwirt hatte immer wieder betont, er wolle seinen Hof im Einklang mit der Natur, wie zu Zeiten seiner Großmutter, ohne Chemie und Tierärzte betreiben.

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