Von Januar 2024 bis Dezember 2025 wurden im Rahmen der akut ärztlichen Versorgung insgesamt 62 Verdachtsfälle einer unfreiwilligen Verabreichung von K.O.-Mitteln dokumentiert. Die toxikologische Untersuchung von Blut- und Urinproben durch das Institut für Rechtsmedizin ergab:
In keinem Fall wurden klassische K.O.-Substanzen im Zusammenhang mit dem Ulmer Nachtleben nachgewiesen.
Meist waren Alkohol, teils kombiniert mit THC oder Medikamenten, die zentral dämpfenden Wirkstoffe.
Andere Drogen wie Amphetamine oder MDMA traten im Rahmen von Eigenkonsum auf.
Ein positiver K.O.-Fall wurde registriert, jedoch im häuslichen Umfeld und nicht im Nachtleben.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Gefahr von K.O.-Tropfen in Ulms Clubszene bisher statistisch nicht nachweisbar ist.
Neben der Datenerhebung steht Aufklärung und Prävention im Zentrum des Projekts. Patientinnen werden über Testergebnisse informiert und über Handlungsmöglichkeiten aufgeklärt. Unterstützt wird dies durch ein Netzwerk aus Rechtsanwältinnen, Psychologinnen, Frauenhäusern und Seelsorgerinnen. Begleitend läuft eine breit angelegte Präventionskampagne über Social Media, Flyer und Veranstaltungen. Seit Mitte 2025 liegt der Schwerpunkt zusätzlich auf Alkohol, anderen Drogen und sicherem Feiern – basierend auf den Erfahrungen und Ergebnissen der ersten Projektjahre.