Prozess um tödlichen Raser-Unfall geht in neue Runde

Daran beteiligt war auch ein Ulmer: Fast fünf Jahre nach einem tödlichen Überholmanöver bei Rosenheim muss sich ein mutmaßlicher Mitverursacher erneut vor Gericht verantworten. Der neue Prozess gegen den 27 Jahre alten Autofahrer beginnt am Donnerstag (09.30 Uhr) vor dem Landgericht Traunstein. Bei dem Unfall starben zwei junge Frauen.

Im November 2016 um 21.06 Uhr hatte ein junger Autofahrer aus Ulm in einer langgezogenen Rechtskurve bei Rosenheim zum Überholen angesetzt. Doch statt ihn einscheren zu lassen, soll der Angeklagte den Abstand zu einem vor ihm fahrenden Freund so verringert haben, dass der Ulmer nicht einscheren konnte – und frontal in ein entgegenkommendes Auto mit drei jungen Frauen raste. Die 21 Jahre alte Fahrerin und eine 15-Jährige starben. Deren damals 19-jährige Schwester wurde schwer verletzt, ebenso die Beifahrerin des Ulmers.

Bewährungsstrafe für den Ulmer

Der Ulmer bekam eine Bewährungsstrafe, die er akzeptierte. Der 27-Jährige und sein an dem Unfall beteiligter Freund wurden in zwei Instanzen jeweils zu Haftstrafen ohne Bewährung verurteilt. Im Fall des Freundes bestätigte das Bayerische Oberste Landesgericht das Urteil des Landgerichts Traunstein von zwei Jahren und fünf Monaten. Für den 27-Jährigen hob das Gericht das Urteil von zwei Jahren und drei Monaten aber wegen eines Formfehlers auf und verwies den Fall zur erneuten Verhandlung an eine andere Strafkammer nach Traunstein zurück.

Region tief erschüttert

Angehörige der Getöteten waren in der Prozess-Serie als Nebenkläger aufgetreten. Der Fall hatte die Region tief erschüttert. Zeitweise wurde spekuliert, ob sich die beiden Einheimischen ein illegales Autorennen geliefert haben könnten. Im Traunsteiner Prozess kam der Richter aber zu dem Schluss, dass dies nicht der Fall war. Bis Mitte Juni sind sieben Verhandlungstage angesetzt. Rund 30 Zeugen sollen gehört werden.

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