Die Zahl der registrierten queerfeindlichen Straftaten in Baden-Württemberg ist deutlich gestiegen. Während die Polizei 2022 noch 54 Fälle erfasste, waren es 2025 bereits 200 Straftaten, darunter 22 Gewaltdelikte.
Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der Grünen im Landtag hervor.
Im ersten Halbjahr 2026 registrierte die Polizei 34 Fälle, darunter drei Gewaltdelikte. Damit lagen die Zahlen etwa auf dem Niveau des gleichen Zeitraums im Vorjahr.
Dating-Apps werden zur Falle
Besonders beunruhigend: Queere Menschen werden teilweise über Dating-Apps zu Treffen gelockt und dort Opfer von Straftaten.
Der Polizei sind Fälle bekannt, bei denen einzelne Täter oder ganze Gruppen auf diese Weise vorgegangen sind. Ob sich die Täter untereinander absprechen oder organisiert handeln, ist bislang unklar.
Auch wie häufig solche Angriffe nach Dating-App-Treffen vorkommen, lässt sich aus der Statistik nicht ablesen.
Warum steigen die Zahlen so stark?
Eine eindeutige Erklärung für den Anstieg gibt es bislang nicht. Das Innenministerium nennt mehrere mögliche Gründe, darunter gesellschaftliche Entwicklungen, eine höhere Sensibilität für queerfeindliche Straftaten und ein verändertes Anzeigeverhalten.
Aber was bedeutet eigentlich queer? Der Begriff beschreibt Menschen, deren sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Identität nicht den klassischen gesellschaftlichen Vorstellungen entspricht. Dazu gehören unter anderem lesbische, schwule, bisexuelle, transgeschlechtliche und nicht-binäre Menschen.