R-Pharm in Illertissen: Kündigungen für mehr als 300 Beschäftigte

Firmenende

Schwere Nachrichten für die Belegschaft von R-Pharm Germany in Illertissen: Der Insolvenzverwalter hat allen gut 300 Beschäftigten gekündigt. Rund 85 Mitarbeiter sollen vorerst bleiben. Gleichzeitig gibt es laut Gewerkschaft noch zwei Interessenten für den Standort.

Der Insolvenzverwalter von R-Pharm Germany in Illertissen hat heute allen gut 300 Beschäftigten des Unternehmens gekündigt. Das teilte die Gewerkschaft IGBCE nach einer Belegschaftsversammlung mit. Grund für die Entscheidung ist nach Angaben des Insolvenzverwalters, dass bislang kein Investor gefunden werden konnte, der den Produktionsbetrieb, die Anlagen und die Belegschaft direkt übernimmt. Gleichzeitig sei der Standort derzeit nicht ausreichend ausgelastet, um die laufenden Kosten zu decken.

Nicht alle müssen vorerst gehen

Nach aktuellem Stand sollen etwa 85 Beschäftigte in einem Abwicklungsteam weiterarbeiten. Alle anderen Mitarbeiter werden nach Angaben der IGBCE ab Montag unwiderruflich freigestellt. Weil dem Insolvenzverwalter laut Gewerkschaft nicht genügend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, sollen sich die betroffenen Beschäftigten bei der Agentur für Arbeit arbeitssuchend und arbeitslos melden. So sollen sie während der dreimonatigen Kündigungsfrist finanziell abgesichert werden. Für viele Beschäftigte ist die Situation besonders belastend. Nach Angaben der IGBCE arbeiten am Standort zahlreiche Mitarbeiter bereits seit vielen Jahren zusammen, teilweise auch mit Familienmitgliedern oder engen Freunden.

Zwei Interessenten sind laut Gewerkschaft noch im Rennen

Ganz abgeschlossen ist die Suche nach einer möglichen Lösung für den Standort allerdings noch nicht. Laut IGBCE gibt es weiterhin zwei Interessenten, die derzeit versuchen, die finanziellen Voraussetzungen für eine Übernahme zu schaffen. Ob daraus tatsächlich noch ein Vertragsabschluss entsteht, ist offen. Gewerkschaft und Betriebsrat betonen, dass die Zeit drängt. Der Insolvenzverwalter habe vom Gläubigerausschuss weiterhin den Auftrag, den Übernahmeprozess fortzuführen. Sollte es doch noch zu einer Einigung mit einem Investor kommen, wollen Betriebsrat und Gewerkschaft nach eigenen Angaben dabei helfen, die Pharmaproduktion wieder hochzufahren.

Lange Pharma-Tradition in Illertissen steht auf dem Spiel

Der Standort in Illertissen hat nach Angaben der IGBCE eine Pharma-Geschichte, die bis ins Jahr 1849 zurückreicht. Entsprechend groß ist die Sorge, dass diese Tradition nun enden könnte. Erst am 20. August hatten sich Vertreter aus Politik und Verwaltung im Unternehmen über die Lage informiert. Darunter waren unter anderem CSU-Fraktionschef Klaus Holetschek, Landtagsabgeordneter Thorsten Freudenberger, Bundestagsabgeordneter Alexander Engelhard, der stellvertretende Landrat Erich Winkler und Illertissens Bürgermeister Jürgen Eisen. IGBCE und Betriebsrat wollen die Beschäftigten nun auch nach den Kündigungen weiter begleiten. Geplant sind regelmäßige Treffen sowie Beratungsangebote unter anderem mit Betriebsseelsorge und Rechtsanwälten.

Das könnte Dich auch interessieren

25.08.2026 Polizei Illertissen und Weißenhorn fusionieren: Das ändert sich ab heute Im südlichen Landkreis Neu-Ulm gibt es seit Dienstag, 25. August, eine neue Struktur bei der Polizei. Die bisherigen Dienststellen in Illertissen und Weißenhorn sind offiziell fusioniert. Die Polizeiinspektion Illertissen übernimmt dabei die zentrale Zuständigkeit, während die bisherige Polizeiinspektion Weißenhorn künftig als Polizeistation weitergeführt wird. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West sollen durch die Zusammenlegung Personal 19.08.2026 Sparkasse Ulm wird neuer Premium Partner von ratiopharm ulm Die Partnerschaft zwischen ratiopharm ulm und der Sparkasse Ulm geht in die nächste Runde. Wie der Verein mitteilt, haben beide Seiten ihre Zusammenarbeit um drei weitere Jahre verlängert. Künftig tritt die Sparkasse als Premium Partner des Clubs auf. Die Zusammenarbeit reicht bereits weit zurück: Nach Angaben der Sparkasse unterstützt sie den Ulmer Basketball seit 2002. 27.07.2026 Neu-Ulm: Mehr Lohn nach Tarifstreit bei Lebkuchenfabrik Max Weiss Seit dem 30. April hatten die Gewerkschaft NGG und die Arbeitgeberseite über höhere Löhne verhandelt. Drei Tarifrunden blieben zunächst ohne Ergebnis. Beschäftigte hatten ihren Forderungen daraufhin mit ersten Arbeitskampfmaßnahmen Nachdruck verliehen. Jetzt wurde geschlichtet. Eine Ausweitung der Arbeitskämpfe ist damit abgewendet. Die Produktion bei Max Weiss soll ohne Einschränkungen weiterlaufen. Löhne steigen um insgesamt 6,1 08.06.2026 Beschäftigte der Unikliniken protestieren gegen Kürzungspläne In Ulm startet die Demonstration am Weinhof um 17 Uhr. Hintergrund sind die geplanten Änderungen bei der Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung. ver.di spricht von massiven Kürzungen und warnt vor Folgen für Krankenhäuser, Beschäftigte und Patienten. Die Gewerkschaft befürchtet unter anderem schlechtere Arbeitsbedingungen, Personalabbau und eine sinkende Versorgungsqualität. ver.di warnt und ruft zu Streiks auf Nach