Was lange nach Science-Fiction klang, könnte bald Alltag sein: Künstliche Intelligenz wird auch die Medizin deutlich verändern. Eine Studie der Universität Marburg zeigt, dass gut 13 der bekanntesten öffentlich verfügbaren KI-Sprachmodelle in einem medizinischen Wissenstest rund um akute Nierenschäden im Schnitt etwa 90 Prozent der Fragen richtig beantworteten. Dem gegenüber standen 123 freiwillige Teilnehmer, darunter Medizinstudenten und Ärzte aus dem Bereich der Inneren Medizin. Sie kamen im Vergleich nur auf rund 49 Prozent. Das berichtet das Deutsche Gesundheitsportal.
Mehrere KI-Modelle beantworteten demnach sogar sämtliche Fragen korrekt und benötigten dafür nur einen Bruchteil der Zeit, die die Menschen brauchten. Trotz dieser beeindruckenden Ergebnisse geben die Forscher Entwarnung: KI kann zwar medizinisches Fachwissen schnell abrufen, aber keine eigenen klinischen Entscheidungen treffen und auch keine menschliche Empathie ersetzen. Der Robo-Doc ist damit noch weit von einer echten ärztlichen Rolle entfernt.
Stattdessen sehen die Wissenschaftler die Systeme als Unterstützung im Alltag – etwa zur schnellen Recherche oder als Entscheidungshilfe. Ärzte könnten dadurch auch mehr Zeit für das haben, was keine Maschine leisten kann: mehr Menschlichkeit, also mehr Zeit für das Gespräch und die Betreuung der Patienten.
Auch bei uns in Schwaben könnte diese Entwicklung künftig eine große Rolle spielen. Gerade in Zeiten von Fachkräftemangel in der Medizin könnten KI-Assistenzsysteme helfen, den Arbeitsalltag zu entlasten – ohne den Arzt zu ersetzen.
Der Robo-Doc kommt also nicht als Ersatz, sondern wohl eher als digitaler Kollege.