Roboter auf der Baustelle, Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen und neue Gefahren durch Cyberangriffe: Unsere Region wird immer digitaler! Am Dienstag, 20. Oktober, feierte die initiative.ulm.digital ihr zehnjähriges Bestehen im Wiley Club in Neu-Ulm. Rund 350 Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik diskutierten darüber, wie moderne Technik unseren Alltag verändern könnte.
Auch der frühere Ulmer Oberbürgermeister Gunter Czisch war dabei. Er gehört zu den Gründungs- und Ehrenmitgliedern des Vereins und wurde für sein Engagement ausgezeichnet. Universitätsprofessor Michael Weber wurde zum neuen Ehrenmitglied ernannt.
Was heute noch nach Science-Fiction klingt, wird in der Region bereits getestet. Das Ulmer Unternehmen Uzin Utz beschäftigt sich mit Robotern, die künftig beim Verlegen von Bodenbelägen helfen oder einzelne Arbeiten selbst übernehmen könnten. Damit will das Unternehmen auch dem Fachkräftemangel begegnen.
Auch im Gesundheitsbereich spielt KI eine immer größere Rolle. Das Unternehmen Beurer und das Projekt „Daheim Dank Digital“ stellten Anwendungen vor, die gebrechlichen Menschen beispielsweise durch intelligente Sturzuhren mehr Sicherheit bieten sollen.
Besonders kritisch äußerte sich die Influencerin und Medizinstudentin Aurelia Heinz zu sozialen Medien. Obwohl sie selbst auf Social Media aktiv ist, würde sie die Plattformen am liebsten abschaffen. Ihr Tipp: regelmäßige „Reality Checks“, um zu überprüfen, ob das, was wir online sehen, überhaupt der Wirklichkeit entspricht.
Auch Rüdiger Linhof, Bassist der Sportfreunde Stiller, kritisierte soziale Netzwerke. Seiner Meinung nach verstärken deren Algorithmen negative Inhalte und können damit auch antidemokratischen Parteien helfen. Experten warnten außerdem vor Cyberangriffen auf wichtige Einrichtungen wie die Energieversorgung. Auch der Umgang mit immer selbstständiger arbeitender Künstlicher Intelligenz müsse klar geregelt werden.
Eine weitere Idee nimmt Gestalt an: Internetadressen könnten künftig auf „.ulm“ enden. Die SWU TeleNet treibt das Vorhaben voran. Ob und wann die neue Endung tatsächlich kommt, ist allerdings noch offen.
Zum emotionalen Abschluss wurde live in die ukrainische Stadt Charkiw geschaltet. Dort berichteten ein Musiker und ein IT-Spezialist vom Alltag im Krieg und von russischen Cyberangriffen. Rüdiger Linhof stellte außerdem sein Hilfsprojekt „Kultur Konvoi“ vor, das unter anderem Künstler in der Ukraine unterstützt und Rettungswagen ins Kriegsgebiet bringt.
Der ukrainische Musiker Alex spielte anschließend live den Song „Shout“ von Tears for Fears. Im Wiley Club gab es dafür langen Applaus.