Weniger Spritzmittel, mehr Klimaschutz: Obstbauern am Bodensee setzen auf eine neue Generation robuster Äpfel. Die widerstandsfähigen Sorten unter der Dachmarke «Fairdi» sollen Krankheiten und Trockenheit besser überstehen und dadurch deutlich weniger Pflanzenschutz brauchen. Zuvor hatte die «Schwäbische Zeitung» darüber berichtet.
«Wir brauchen Sorten, die mit weniger Pflanzenschutz auskommen und trotzdem Ertrag und Qualität bringen», sagt Obstbauer Thomas Heilig. Er ist einer der Initiatoren des Projekts. Die ersten neuen Sorten stünden bereits in den Plantagen rund um den Bodensee. Rund 80.000 Bäume der Sorte Mammut wurden nach Angaben von Heilig gepflanzt.
Im Herbst wird die erste größere Ernte erwartet, dann könnte die Sorte auch schon in ein paar Supermarktregalen landen. Vermarktet werden soll der Apfel unter der neuen Dachmarke. Ziel der Initiative von Obstbauern ist es, den Apfelanbau am Bodensee zukunftsfähig zu machen.
«Der Obstbauer der Zukunft muss auf neue Sorten setzen», sagt Fachbereichsleiter Ulrich Mayr vom Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee, der das Projekt ebenfalls unterstützt. Längere Trockenperioden, Starkregen und neue Schädlinge machten den bisherigen Sorten zunehmend zu schaffen. Die neuen Züchtungen bräuchten deutlich weniger Pflanzenschutz – ganz ohne kommt aber auch der Superapfel nicht aus. Das Land fördert das Projekt im Rahmen des Biodiversitätsstärkungsgesetzes.
Ob sich die neuen Äpfel durchsetzen, hängt jedoch nicht nur von ihrer Widerstandskraft ab. Sie müssen den Verbrauchern auch schmecken. Bis eine neue Sorte im Supermarkt landet, vergehen ab dem ersten Versuch häufig mehr als 20 Jahre. «Ich habe über 800 Sorten kommen und gehen sehen. Nur wenige haben es in den Lebensmitteleinzelhandel geschafft», sagt Mayr.