Weniger Flüge, weniger Reiseziele und möglicherweise höhere Ticketpreise! Die Billigfluggesellschaft Ryanair hat jetzt angekündigt, ihr Angebot in Deutschland für den Winterflugplan 2026/27 deutlich zu reduzieren. Insgesamt fallen rund 700.000 Sitzplätze weg. Das entspricht einem Rückgang von zehn Prozent gegenüber dem vergangenen Winter. Der Flughafen Memmingen ist von den Kürzungen allerdings nicht betroffen. Ganz im Gegenteil, dort will Ryanair seine Kapazitäten im Winter sogar um zwölf Prozent erhöhen. Auch am Flughafen Köln soll das Angebot um zehn Prozent wachsen.
Besonders hart trifft es den Flughafen Berlin-Brandenburg. Ryanair schließt dort zum 24. Oktober seine Basis mit sieben Flugzeugen. Die Maschinen werden künftig an anderen europäischen Flughäfen eingesetzt, an denen die Kosten nach Angaben der Airline niedriger sind. In Berlin halbiert Ryanair sein Angebot im Winter. Zwölf Verbindungen werden gestrichen, darunter Flüge nach Gran Canaria, Fuerteventura, Palermo, Thessaloniki und Bologna. Auch auf den verbleibenden Strecken soll es weniger Flüge geben. Am Flughafen Hamburg reduziert Ryanair seine Kapazitäten um fünf Prozent. Gleichzeitig nimmt die Fluggesellschaft in Friedrichshafen und Saarbrücken erstmals auch im Winter den Betrieb auf.
Als Grund für die Kürzungen nennt Ryanair vor allem die hohen Kosten an deutschen Flughäfen. Dazu zählen die Luftverkehrsteuer sowie Gebühren für die Flugsicherung, Sicherheitskontrollen und die Nutzung der Flughäfen. Die Airline fordert deshalb von der Bundesregierung und Verkehrsminister Steffen Bilger, die Luftverkehrsteuer abzuschaffen und weitere Gebühren deutlich zu senken. Ryanair-Chef Eddie Wilson kritisiert, dass Deutschland im europäischen Vergleich zu teuer sei. Die Fluggesellschaft wolle grundsätzlich weiter wachsen, investiere aber bevorzugt an Standorten mit niedrigeren Kosten.