Die Landes-CDU Baden-Württemberg will härter gegen Lehrer vorgehen, die nach Meinung der Partei „zu wenig leisten“. Demnach sollen Schulleitungen künftig Instrumente bekommen, um Engagement zu belohnen und Pflichtverletzungen zu sanktionieren – vom strukturierten Feedback über verbindliche Entwicklungsvereinbarungen bis hin zu abgestuften Maßnahmen. Das meldet die dpa.
Der bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Andreas Sturm, begründet den Vorstoß mit Rückmeldungen von Schulleitungen und Bildungsverbänden: „Wir haben aktuell kaum Handhabe, wenn Lehrer sich Fortbildungen verweigern oder häufig krankmelden.“ Kürzungen bei verbeamteten Lehrern seien nicht möglich, daher sollen Anreize wie Fortbildungen in Ferien die Motivation erhöhen.
Kritiker warnen jedoch vor den Folgen für das ohnehin stark belastete Lehrpersonal. Baden-Württembergs Schulen kämpfen seit Jahren mit Lehrermangel, hoher Arbeitsbelastung und steigender Burnout-Gefahr. Viele engagierte Lehrkräfte fühlen sich bereits überfordert.
Auf dem CDU-Landesparteitag hole die Partei die „faulen Lehrkräfte“-Rhetorik aus der Mottenkiste, kritisiert die Bildungsgewerkschaft GEW dazu scharf. GEW-Landesvorsitzende Monika Stein bemängelt überbuchte Fortbildungen, fehlende Schulstrukturreformen und mittelmäßige Bildungspolitik der CDU seit 2016. Sie fordert den Ehinger CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel auf, sich ernsthaft zu informieren, statt populistische Schlagzeilen zu produzieren.