Schmidt hofft vergeblich auf «verrückte Dinge»

Fußball-Bundesliga

In München wählt der 1. FC Heidenheim eine Defensiv-Taktik. Doch wieder fallen vier Gegentore. «Jetzt kommen die Spiele, in denen wir punkten müssen», sagt der Kapitän.

Frank Schmidt hätte zu gern die Rolle des Spielverderbers für den FC Bayern eingenommen. Mit einem total defensiven Ansatz wollte der Coach einen ähnlichen Coup wie beim 3:2-Heimerfolg des 1. FC Heidenheim im vergangenen April in München wiederholen. Es gelang aber nicht.

«Mit ganz, ganz viel Glück passiert etwas Verrücktes nach dem 3:2. Aber gerade sind wir nicht in der Phase, wo diese verrückte Dinge passieren», bilanzierte Schmidt nach dem 2:4 (0:1) beim Branchenprimus der Fußball-Bundesliga.

Heidenheim mauert – «gegen unsere Gewohnheit»

Er bleibe aber dabei: «Es war richtig, dass wir gegen unsere Gewohnheit einen anderen Ansatz gewählt haben», sagte der 50-Jährige zum vollen Fokus auf die Defensive. «Das war für mich die einzige Chance, etwas mitzunehmen.»

Dass es nicht klappte, lag insbesondere an Jamal Musiala. Der Unersetzliche war vor 75.000 Zuschauern vier Tage nach dem Pokal-Aus der Bayern gegen Leverkusen 50 Minuten geschont worden. Direkt nach dem Heidenheimer Ausgleich zum 1:1 brachte Trainer Vincent Kompany den Vielspieler.

Kaum hatte Musiala den Platz betreten, zog er mit dem Ball vehement los und schoss das 2:1. Und entschied in der Nachspielzeit die Partie endgültig. «Er ist einfach ein Weltklassespieler. Er hat uns eiskalt bestraft», fasste FCH-Kapitän Patrick Mainka zusammen. Zweimal waren die hauptsächlich verteidigenden Heidenheimer durch Mathias Honsak (50.) zum 1:1 sowie durch Niklas Dorsch zum 2:3 (85.) zurückgekommen.

Schmidt ärgerte sich, dass die Halbzeit-Führung der Bayern nach einem Eckball fiel. Auch dass nur sechs Minuten nach dem 1:1 das nächste Bayern-Tor folgte, dürfe nicht passieren.

«Jetzt kommen die Spiele, in denen wir punkten müssen»

Dass der FC Heidenheim in München punktet, war nicht zu erwarten gewesen. Doch mit jedem sieglosen Spiel steigt der Druck natürlich für die verbleibenden Aufgaben vor der Winterpause. «Wir müssen uns nicht verrückt machen. Wir wussten von Anfang an, dass es auch ein Kampf gegen den Abstieg sein kann», sagte Dorsch.

Nach nun fünf Bundesliga-Niederlagen nacheinander mit 17 Gegentoren warten noch der VfB Stuttgart und auswärts der Tabellenletzte Bochum. «Jetzt kommen die Spiele, in denen wir punkten müssen», stellte Mainka klar. Vorher steht noch der nächste Conference-League-Trip mit dem Spiel am Donnerstag beim türkischen Vertreter Istanbul Basaksehir an. Und am 19. Dezember empfängt der Ostalb-Club den FC St. Gallen.

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