Seibold hört nach 24 Jahren auf: Blaubeuren bereitet sich auf Bürgermeisterwahl vor

Bürgermeisterwahl am Blautopf

Nach 24 Jahren Amtszeit tritt Jörg Seibold nicht mehr an. Bei der Wahl am 19. April 2026 bewerben sich bereits zwei parteilose Kandidaten: Robin Menholz, Bauamtsleiter aus Laichingen, und Viktor Kaczmarek, Zimmermann und PR-Manager aus Blaubeuren.

Nach 24 Jahren im Amt tritt Blaubeurens Bürgermeister Jörg Seibold nicht mehr zur Wahl an. Die jetzt angesetzte Bürgermeisterwahl findet am 19. April 2026 statt.

Bürgermeister Seibold genoss während seiner Amtszeit breite Zustimmung in der Bevölkerung: Bei seinen Wiederwahlen erzielte er regelmäßig über 90 % der Stimmen und wurde als parteiloser Amtsinhaber sowohl von Bürgerinnen und Bürgern als auch von lokalen politischen Gruppen getragen. Der 56-Jährige begründet seinen Rückzug damit, dass die Stadt von neuen Impulsen profitieren könne.

Nach 24 Jahren ist es an der Zeit, für die Stadt die Chance für neue Perspektiven, Methoden und eine neue Führungspersönlichkeit zu schaffen.“ (Blaubeurens amtierender Bürgermeister Jörg Seibold)

Sollte bei der Wahl im April niemand die absolute Mehrheit erreichen, ist eine Stichwahl für den 10. Mai vorgesehen. Wahlberechtigt sind Deutsche und EU-Bürger ab 16 Jahren mit mindestens drei Monaten Wohnsitz in Blaubeuren.

Zwei Kandidaten haben sich schon beworben

Bereits zwei Kandidaten haben ihre Bewerbung bekanntgegeben. Robin Menholz, 30 Jahre alt, parteilos und Bauamtsleiter in Laichingen, möchte im Wahlkampf die Meinung der Bürgerinnen und Bürger einholen. Ebenfalls parteilos tritt Viktor Kaczmarek, 1976 geboren, Zimmermann und erfahren im Bereich Public Relations und Management, an. Er legt seinen Fokus auf Infrastruktur, Wohnraum, Mittelstand, Digitalisierung, Bildung und Ehrenamt.

Die neue Stadtspitze wird sich unter anderem mit der Fertigstellung der Blautopf-Sanierung, bezahlbarem Wohnraum, moderner Infrastruktur, Digitalisierung der Verwaltung sowie der Förderung von Mittelstand, Kultur und Ehrenamt beschäftigen. Auch nachhaltige Stadtentwicklung, Finanzstabilität und die verantwortungsvolle Nutzung des touristischen Potenzials gehören zu den zentralen Aufgaben.

Was Blaubeuren ausmacht

Blaubeuren lebt von seiner Mischung aus Natur, Geschichte und Gemeinschaft. Der Blautopf zieht als weltbekanntes Wahrzeichen zahlreiche Besucher an und wird derzeit umfassend saniert, um das Gelände attraktiver, barrierefrei und langfristig sicher zu gestalten. Historische Gebäude wie das Benediktinerkloster, die evangelische Kirche St. Peter und Paul und die gut erhaltene Altstadt prägen das Stadtbild.

Archäologische Funde, darunter die „Venus vom Hohle Fels“, machen die Stadt mit ihrem Museum für Urgeschichte und Eiszeitkunst auch zu einem bedeutenden Standort der Frühgeschichte. Kulturelle Veranstaltungen, Vereine und Brauchtum sowie die Lage in der Schwäbischen Alb sorgen für Freizeitmöglichkeiten und ein lebendiges Miteinander – Faktoren, die Blaubeuren seine besondere Identität verleihen.

Voraussetzungen für die Kandidatur

Wer für das Amt des Bürgermeisters kandidieren möchte, muss einige rechtliche und formale Kriterien erfüllen. Gemäß § 46 der Gemeindeordnung für Baden-Württemberg müssen Bewerbende die deutsche Staatsangehörigkeit oder die eines anderen EU-Mitgliedsstaates besitzen, mindestens 18 Jahre alt sein und die Verfassungstreue gewährleisten. Ein Wohnsitz direkt in Blaubeuren ist vor der Wahl nicht zwingend erforderlich, ein Wohnsitz in Deutschland ist aber nötig.

Formale Anforderungen umfassen eine schriftliche Bewerbung, eine Wählbarkeitsbescheinigung der Wohngemeinde sowie 25 Unterstützungsunterschriften von in Blaubeuren wahlberechtigten Personen. Diese Unterstützungsunterschriften müssen auf amtlichen Formblättern eingereicht werden, die von der Stadtverwaltung ausgegeben werden.

Bewerbungen können frühestens am Tag nach der offiziellen Stellenausschreibung im Staatsanzeiger eingereicht werden. Die Frist endet am Montag, 23. März 2026, um 18:00 Uhr.

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