«Sieht aus wie Herbst» – Trockenheit plagt botanische Gärten

Braune Blätter im Sommer

Zwar sind ein paar regenreiche Tage in Aussicht – viel ändern wird das aber nicht. Die Situation in den botanischen Gärten im Land ist kritisch, viele Pflanzen werden nicht überleben.

Die Hitze und Trockenheit in Baden-Württemberg hat auch in den botanischen Gärten deutliche Spuren hinterlassen. Überall kämpfen Gärtnerinnen und Gärtner um ihre Pflanzenbestände. Die Lage ist in vielen Gärten ernst, in manchen sogar dramatisch.

Pflanzen kämpfen ums Überleben

Auch im Botanischen Garten der Universität Ulm ist die Lage angespannt. «Man kann fast zuschauen, wie die Bäume vertrocknen», berichtete ein Gärtnermeister. Auf dem 28 Hektar großen Gelände sei eine flächendeckende Bewässerung schlicht nicht möglich. Die Folgen sind sichtbar: Obstbäume tragen weniger und kleinere Früchte, die vorzeitig abfallen. Laub- und Nadelgehölze zeigen vorzeitigen Laubfall und vermehrtes Totholz.

Besonders bitter: 240 junge Bäume, die im Rahmen eines Klimawandel-Experiments gepflanzt wurden, kämpfen ums Überleben – ausgerechnet jene Bäume, an denen Wissenschaftler eigentlich die Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel erforschen sollen.

Im Botanischen Garten Tübingen verlieren Bäume ebenfalls teils ihre Blätter. Zwei Tränenkiefern aus der Himalayaregion mussten einer Sprecherin zufolge gefällt werden – wegen einer Pilzerkrankung, verschlimmert durch Trockenschäden. Besonders betroffen sei das Alpinum mit seltenen Gebirgspflanzen, die mit der extremen Trockenheit nicht umgehen können. Der Garten setze langfristig auf trockenheitsresistentere Arten wie mediterrane Pflanzen, Sukkulenten und frostfeste Kakteen.

In Stuttgart betreut die Wilhelma nicht nur den eigenen Park, sondern auch landeseigene Anlagen wie den Rosensteinpark und den Schlossgarten. Auch dort stehe der Baumbestand unter Beobachtung, sagte ein Sprecher. Besonders gefährdet seien Jungbäume aus den vergangenen drei Jahren, die regelmäßig gegossen werden müssen.

Das könnte Dich auch interessieren

12.08.2026 Wasserentnahme in Ulm bleibt bis Ende September verboten Die Stadt verlängert das ursprünglich bis Ende August geltende Verbot bis zum 30. September 2026. Grund sind die weiterhin außergewöhnlich niedrigen Wasserstände. Regen bringt kaum Entlastung Auch die Niederschläge der vergangenen Wochen haben die Situation nach Angaben der Stadt nicht entscheidend verbessert. Viele Gewässer führen weiterhin außergewöhnlich wenig Wasser. Schon Anfang Juli hatte Ulm deshalb 01.07.2026 Folgen der Dürre - Donau führt extrem wenig Wasser Der mittlere Abfluss der Donau liegt am Pegel Hundersingen normalerweise bei 26,6 Kubikmetern pro Sekunde. Am 30. Juni wurde dort im Tagesmittel ein Abfluss von 4,12 Kubikmetern pro Sekunde gemessen.  Damit führt die Donau an dieser Stelle aktuell nur noch einen Bruchteil der üblichen Wassermenge. Der Pegel Hundersingen gilt als wichtiger Messpunkt für die baden-württembergische 30.06.2026 Stadt Ulm verbietet Wasserentnahme aus Gewässern Die Stadt Ulm hat als Untere Wasserbehörde eine Allgemeinverfügung erlassen. Damit ist die Wasserentnahme aus sämtlichen Flüssen, Bächen und sonstigen oberirdischen Gewässern im Stadtkreis untersagt. Das Verbot gilt unabhängig davon, wie das Wasser entnommen wird. Also nicht nur mit Pumpen, sondern auch mit Eimern, Gießkannen oder anderen Handschöpfgeräten. Bereits installierte mobile Entnahmevorrichtungen müssen aus den 28.05.2026 Wasserentnahme aus Bächen, Flüssen und Seen im Landkreis Biberach verboten Grund sind die stark gesunkenen Wasserstände im Landkreis. Viele Bäche und Flüsse führen derzeit nur noch wenig Wasser. Nach Angaben des Landratsamts haben die Pegelstände inzwischen kritische Ausmaße erreicht. Tiere und Pflanzen leiden unter der Trockenheit Fische, Kleinlebewesen und Wasserpflanzen leiden zusätzlich unter steigenden Wassertemperaturen. Besonders kleinere Bäche sind betroffen. Auch Weiher und Seen erwärmen