Die Jugendherbergen in Baden-Württemberg verzeichnen im Jahr 2025 leicht rückläufige Zahlen. Mit insgesamt 941.429 Übernachtungen sinken diese um 1,5% im Vergleich zum Vorjahr. Die Gästezahlen entwickelten sich ähnlich: mit insgesamt 375.123 Besucherinnen und Besuchern entspricht dies einem Rückgang von 1,3%.
Während die Jugendherberge in Konstanz mit einer Auslastung von 55,3% die beliebteste Jugendherberge der Region darstellt, verzeichnet die Jugendherberge Biberach mit 26,5% eine vergleichsweise geringe Auslastung.
Jugendherbergen kommt jedoch auch eine wichtige Rolle im Bildungsbereich zu. Auf der schwäbischen Alb wird dies mit vielfältigen Angeboten umgesetzt.
Die Jugendherberge in Ulm startete ein Pilotprojekt zur Ganztagesbetreuung. In Kooperation mit Schulen reagiert das DHJ Baden-Württemberg damit auf die steigende Nachfrage nach zuverlässigen Betreuungs- sowie Bildungsangeboten, insbesondere im Bereich der Ferienbetreuung.
In Bad Urach setzt die Jugendherberge ihren Fokus hingegen auf Nachhaltigkeit. Neben einem 50%igen Bio-Wareneinsatz in der Verpflegung bietet die Unterkunft außerdem zahlreiche Umweltbildungsprogramme über Klimaschutz sowie nachhaltige Lebensweisen.
Die Jugendherberge Burg Wildenstein im Donautal positioniert sich als historischer Lernort. Die mittelalterliche Burg verbindet Erlebnisse in der Natur mit pädagogischen Angeboten.
Jugendherbergen sind also längst nicht mehr nur günstige Übernachtungsmöglichkeiten. Das deutsche Jugendherbergswerk bezeichnet sie als „wertebasiertes Konzept, das Gemeinschaft, Demokratiebildung, Nachhaltigkeit und soziales Lernen in den Mittelpunkt stellt.“
Als Begegnungsort für junge Menschen, bringen sie gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie soziale Kompetenz nahe. Außerdem haben sie einen bedeutenden Bildungsauftrag. Dies unterstreichen die Entwicklungen im Jahr 2025: die Nachfrage aus der fünften bis zehnten Klasse steigt im Vergleich zum Vorjahr deutlich. Daher zielen Jugendherbergen in Baden-Württemberg darauf chancengerechte Bildung anzubieten.
Trotz sinkender Übernachtungszahlen entwickeln sich die Unterkünfte demnach konsequent weiter und investieren in vielfältige Projekte, um auch in Zukunft bezahlbare Bildungs- und Begegnungsorte für junge Menschen zu bleiben.
In den bayrischen Jugendherbergen gehen die Zahlen deutlich stärker zurück. Alle Infos gibt’s hier.