So geht's weiter mit dem Ulmer und Neu-Ulmer ÖPNV

ÖPNV in Ulm und Neu-Ulm

Die Stadt Ulm und die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm haben zum großen ÖPNV-Infoabend geladen. Themen waren der Zusammenschluss von Ulm und Neu-Ulm und vor allem Sparmaßnahmen.

Eine Busfahrt, die ist lustig, eine Busfahrt, die ist schön! Damit das in Ulm auch so bleibt, muss die SWU Verkehr sparen. Sonst läuft es wie in Stuttgart oder Karlsruhe mit Millionenschulden.

Wie schneidet Ulm im Deutschlandvergleich ab?

Dabei kann der Ulmer ÖPNV durchaus stolz sein. Im aktuellen Kundenbarometer erreichen die Ulmer Busse und Straßenbahnen im Bereich Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit Spitzenplätze im deutschlandweiten Vergleich. Trotzdem muss auch in Ulm gespart werden, weil die Produktionskosten gestiegen sind und die Erlöse auch durch das Deutschlandticket nicht gewachsen sind, so der Technische Geschäftsführer der SWU Verkehr, Ralf Gummersbach. Das Deutschlandticket ist zwar für viele Bus- und Bahnreisenden unabdingbar geworden, alleine in Ulm hat das Ticket aber Verluste von 1,8 Millionen Euro verursacht. In den kommenden Jahren will der Betreiber über drei Millionen Euro pro Jahr einsparen.

Wie soll das funktionieren?

Vier Maßnahmenpakete haben Stadt und SWU gemeinsam entwickelt, über die im März im Gemeinderat abgestimmt wird. Das mindestens eins davon umgesetzt werden muss, ist klar. Sonst droht ein Szenario wie in vielen anderen deutschen Städten. Die Stadt Ulm müsste den ÖPNV aus dem eigenen Haushalt bezuschussen. Dann würde woanders Geld fehlen.

Um das zu vermeiden, fangen die SWU erstmal niederschwellig an: Paket 1 greift im Schulverkehr an. Einzelne Verstärkungsfahrten würden gestrichen werden. Generell hat Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann vor, die Schulzeiten zu entzerren. Damit würden sich die Stoßzeiten rund um acht Uhr verringern. Allerdings auf Kosten von veränderten Alltagsabläufen vieler Eltern und Schüler. Der zweite Teil von Paket 1 richtet sich an die Beschleunigung der Busse. Durch verbesserte Ampelschaltungen können wichtige Sekunden herausgekitzelt werden. Insgesamt würde das Paket rund 1,17 Millionen Euro einsparen.

Paket 2 zielt auf den Entfall vereinzelter Verstärkerfahrten ab, die den Fahrplan nicht allzu stark verändern. Wenig benutzte Linien würden zu Randzeiten ein paar weniger Busse verwenden. Dabei handelt es sich um rund zwei Prozent des jährlichen Betriebs, die erhofften Einsparungen liegen bei 621.000 Euro.

Paket 3 lässt schwache Einzelfahrten entfallen. Dabei handelt es sich unter anderem um die ersten und letzten Fahrten der Linien 7 bis 13, was ca 1,7 Prozent des Gesamtbetriebs ausmacht. Circa 420.000 Euro können die SWU damit einsparen.

Falls all diese Maßnahmen nicht tragen, kommt Paket 4 ins Spiel. Gummersbach betonte, dass diese Maßnahme noch nicht im Gemeinderat diskutiert wird, sondern lediglich zeigt, dass in alle Richtungen gedacht wird. In diesem Paket würden die SWU stark in den Fahrplan eingreifen. Die Linie 8 würde komplett wegfallen, der Wochenendtakt halbiert werden. Damit würden bis zu zehn Prozent des jährlichen Betriebs wegfallen und die SWU 2,8 Millionen Euro einsparen.

Was verändert sich außerdem?

Die SWU übernehmen ab 2027 die Neu-Ulmer Busfahrten aus bisher privater Hand. Dadurch kommt es zu ein paar Linienänderungen:

 

NEU: Die Linie 3. Keine Straßenbahn, sondern ein Bus von Steinheim über Burlafingen zur Haltestelle In der Wanne am Eselsberg.

Linie 6: Von der Wissenschaftsstadt nach Wiley/Ludwigsfeld

Linie 12: Vom ZOB über Unterweiler nach Wiblingen

Linie 14: Vom Kuhberg über Wiblingen zum Donaustadion (Alternative zur Linie 4)

 

Alle weiteren Änderungen könnt ihr der Grafik unten entnehmen.

Außerdem sollen ab 2027 nur noch elektrische oder hybride Busse eingesetzt werden. Dafür kommt es in nächsten Zeit zu Umbauarbeiten an manchen Haltestellen, besonders im dann höher frequentierten Ludwigsfeld.

ÖPNV in Ulm und Neu-Ulm ab 2027

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