Kleine Boote reagieren empfindlich auf Seegang und Veränderungen im Gewicht. Wenn sich mehrere Personen gleichzeitig in die gleiche Richtung bewegen, verändert sich der Trimm, also die Balance und Optimierung der Lager- und Fahreigenschaften. Mit mehr Ladung an Board sinkt außerdem der Freibord, dass ist der senkrechte Abstand zwischen einer Wasserlinie und einer oberen Bauwerks- oder Rumpfkante.
Kommt zudem Wasser über Bordwand oder Bug, kann sich die Situation schnell verändern. Das Wasser verändert das Gewicht und verringert verbleibende Reserven. Wenn dann eine weitere Welle das Boot trifft, ist dies bereits wesentlich gefährdeter.
Die maximale Personenanzahl sollte also als Obergrenze gesehen werden und nicht als Richtwert.
Wenn die See rauer wird, müssen Geschwindigkeit und Kurs angepasst werden. Ein hektisches Wendemanöver kann gefährlich werden, da das Boot während dem Wenden quer mit der Welle steht. Was der richtige Winkel zum Wenden ist, hängt immer vom Boot mit Rumpfform und Geschwindigkeit, aber auch dem Wellenbild zusammen.
Wenn es doch zum Unfall kommt wird im Nachhinein untersucht, welche Rettungsmittel vorhanden waren und ob alle Vorschriften eingehalten wurden.
Schon bei zunehmendem Seegang gehören Rettungswesten an den Körper. Besonders Kinder und Nichtschwimmer sollten sie tragen.
Bisher dürfen in Spanien kleine Motorboote bis zu fünf Meter Länge und einer Höchstgeschwindigkeit von 15 PS unter bestimmten Voraussetzungen ohne Bootsführerschein gefahren werden. Die Fahrt muss bei Tageslicht stattfinden und darf höchstens zwei Meilen vom Startpunkt weit gehen.
Aber nur weil ein Motor nach kurzer Einweisung bedient werden kann, gilt das nicht für die Einschätzung äußerlicher Einflüsse.
Ab dem 1. Oktober 2026 gibt es keine führerscheinfreien Boote mehr in Spanien. Die bisherige Ausnahme für entsprechende Kleinboote wird auf die private beziehungsweise sportliche Nutzung beschränkt. Für die gewerbliche Vermietung gelten strengere Anforderungen.