Das Biberacher Forstamt bewirtschaftet rund 2.400 Hektar Stadt- und Hospitalwald. Bei einem Waldbegang im Bereich Ellmannsweiler hat die Stadt jetzt gezeigt, wie sich der Wald verändert.
Eine der größten Herausforderungen sind dabei die unterschiedlichen Bodenverhältnisse. Im Bereich Benzenghau etwa liegt unter dem Lehmboden in rund 40 Zentimetern Tiefe eine Tonschicht. Die Wurzeln der Bäume können diese kaum durchdringen, wodurch vor allem Fichten weniger stabil stehen. Um die Böden bei der Holzernte möglichst wenig zu belasten, werden die Abstände zwischen den Fahrspuren für Forstmaschinen auf diesen Flächen von sonst 20 bis 30 Metern auf bis zu 40 Meter vergrößert.
Nur wenige Hundert Meter entfernt sind bis heute die Folgen von Orkan „Sabine“ aus dem Februar 2020 zu sehen. Auf einer Fläche von 16 Hektar fielen damals rund 56.000 Festmeter Fichtenholz an. Zum Vergleich: Der geplante jährliche Holzeinschlag in den Stadt- und Hospitalwäldern liegt bei etwa 26.000 Festmetern.
Rund 6.500 junge Bäume wurden dort in den vergangenen Jahren zusätzlich gepflanzt. Gleichzeitig entstehen durch natürliche Verjüngung unter anderem Birken, Pappeln und Vogelbeeren. Durch regelmäßige Pflege soll verhindert werden, dass einzelne Baumarten von schneller wachsenden Bäumen verdrängt werden.
2026 läuft außerdem eine große Bestandsaufnahme der Biberacher Wälder. Diese sogenannte Betriebsinventur findet alle zehn Jahre statt und bildet die Grundlage dafür, wie die Wälder in den kommenden Jahren bewirtschaftet werden.
Dafür werden rund 1.200 Messpunkte genutzt, die bereits vor mehr als 40 Jahren im Boden markiert wurden. Rund um diese Punkte erfassen Fachleute unter anderem Baumarten und Baumstärken. Insgesamt werden so etwa zwei Prozent der gesamten Waldfläche genauer untersucht.
Die Auswertung soll zeigen, wie viel Holz in den vergangenen Jahren nachgewachsen und entnommen worden ist und wie stark sich die Zusammensetzung der Baumarten verändert hat. Besonders interessant ist für das Forstamt, welche Auswirkungen die schweren Stürme der vergangenen Jahre auf den Holzvorrat hatten.
Sorgen bereitet den Förstern aktuell vor allem die Trockenheit. Sie begünstigt die Ausbreitung des Borkenkäfers und setzt auch Laubbäumen zu. Bei einigen Buchen waren bereits seit Ende Juli braune Blätter zu sehen. Langfristig setzt das Forstamt deshalb auf möglichst vielfältige Wälder mit unterschiedlichen Baumarten, Altersstufen und Baumgrößen. Solche Mischwälder sollen widerstandsfähiger gegen Stürme, Trockenheit und Schädlinge sein.