Zeuge zieht Mutter und Kind von den Gleisen: Der Vorfall ereignete sich im Februar in Friedrichshafen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll die 34-Jährige gemeinsam mit ihrer damals vierjährigen Tochter auf den Gleisen eines Bahnübergangs gestanden und auf einen herannahenden Zug gewartet haben.
Ein Zeuge bemerkte die beiden und zog Mutter und Kind rechtzeitig von den Gleisen. Vor Gericht sagte er, nur ein Schritt habe noch bis zu einem möglichen Zusammenstoß gefehlt. Die Frau soll sich gegen seine Hilfe gewehrt und versucht haben, wieder in Richtung der Gleise zu gelangen.
Die Staatsanwaltschaft wirft der Mutter deshalb unter anderem versuchten Mord an ihrer Tochter vor.
Vor Landgericht Ravensburg erklärte die Angeklagte, sie habe damals Stimmen gehört, die ihr befohlen hätten, stehen zu bleiben und sich das Leben zu nehmen. Sie habe sich in einem psychischen Ausnahmezustand befunden und „wie im Nebel“ gehandelt.
Die 34-Jährige sagte außerdem, sie bereue das Geschehen und würde es rückgängig machen, wenn sie könnte.
Neben dem Vorwurf des versuchten Mordes geht es im Prozess auch um einen versuchten gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr sowie einen weiteren Vorfall in Friedrichshafen. Dabei soll die Frau einen Mann und eine Frau angegriffen und sich anschließend gegen Polizeibeamte gewehrt haben.
Neben einer möglichen Verurteilung steht auch eine Unterbringung der Frau in einem psychiatrischen Krankenhaus im Raum. Sie befindet sich derzeit in psychiatrischer Behandlung.
Ihre Tochter lebt nach Angaben des Gerichts inzwischen in einer Pflegefamilie. Das Urteil am Landgericht Ravensburg wird heute erwartet.