Der Herbst musste bei uns in Schwaben erstmal draußen bleiben! Statt Regenjacke und Pullover waren im September vielerorts nochmal Sonnenbrille und T-Shirt angesagt. Laut der Wetterwarte Süd war es der zweitwärmste September nach 2023. Dazu gab es jede Menge Sonnenschein, aber so gut wie keinen Regen. Besonders in Oberschwaben hat die Trockenheit neue Rekorde aufgestellt.
Über 30 Grad und Sonne satt!
Von Herbstwetter war im September lange keine Spur. An der Wetterzentrale in Bad Schussenried wurden insgesamt 14 Sommertage mit mindestens 25 Grad gezählt. An zwei Tagen kletterten die Temperaturen sogar über die 30-Grad-Marke. Der Spitzenwert lag am 8. September bei 31,3 Grad.
Auch die Sonne ließ sich nicht lumpen: Ganze 250,9 Sonnenstunden kamen in Bad Schussenried zusammen. Zum Vergleich: Im September 2025 waren es gerade einmal 129,1 Stunden. Damit schien die Sonne fast doppelt so lange wie im Vorjahr.
Die durchschnittliche Temperatur lag bei 16,4 Grad und damit deutlich über den 14,1 Grad des Vorjahres.
So wenig Regen wie seit 1968 nicht mehr
Was Sonnenanbeter gefreut haben dürfte, war für die Natur allerdings ein Problem. Denn der Regen machte im September einen großen Bogen um unsere Region.
In Bad Schussenried fielen gerade einmal 16,6 Liter Regen pro Quadratmeter. Das ist der niedrigste Septemberwert seit Beginn der Messungen im Jahr 1968. Im Vorjahr waren es noch 126,2 Liter gewesen.
Auch andernorts sah es nicht besser aus. In Warthausen wurden lediglich 9,7 Liter pro Quadratmeter gemessen, in Gutenzell sogar nur 7,1 Liter.
Besonders trocken war es auf der Schwäbischen Alb, in deren Umgebung und im zentralen Oberschwaben.
Warum war der September so trocken?
Schuld am ungewöhnlichen Wetter waren vor allem die vielen Hochdruckgebiete. Sie sorgten dafür, dass regenbringende Tiefdruckgebiete kaum eine Chance hatten, bis zu uns durchzukommen.
Die Folge: viel Sonne, hohe Temperaturen und eine Trockenheit, die sich immer weiter verschärfte.
Selbst der Bodensee bekam die Auswirkungen zu spüren. Ende September lag sein Wasserstand laut Wetterwarte Süd nur noch 25 Zentimeter über dem historischen Tiefstwert vom Februar 1858.
Immerhin: Weil sich viele Pflanzen bereits auf die Winterruhe vorbereiten, waren die Auswirkungen der Trockenheit in der Natur nicht mehr ganz so heftig wie während der Sommermonate.
Wie es im Oktober weitergeht, lässt die Wetterwarte Süd offen. Klar ist aber: Nach diesem außergewöhnlich warmen und trockenen September könnte die Region wieder ordentlich Regen gebrauchen.