Ende Dezember kam es an einer Bushaltestelle in Blaustein zu einem beängstigenden Vorfall: Ein Mann in einem weißen Transporter sprach ein achtjähriges Schulkind an und gab vor, sein Vater zu sein. Die Schwester des Jungen war ebenfalls vor Ort. Die Kinder reagierten richtig, stiegen später in den Schulbus – nicht in den Transporter – und kamen sicher nach Hause. Eine Blausteiner Schule hatte Eltern darüber informiert.
Nach dem Vorfall wandten sich besorgte Eltern an unsere Redaktion und baten um Aufklärung. Wir haben daher erneut bei der Polizei Ulm nachgehakt. Die aktuelle Antwort gibt zwar Aufschluss, wirkt für viele Eltern aber nicht beruhigend.
Ein Polizeisprecher erklärt, dass sich ein gemeldeter Transporter im Rahmen der Ermittlungen als nicht relevant für den Vorfall herausgestellt habe. Neue Erkenntnisse lägen bislang nicht vor, und auch weitere ähnliche Vorfälle seien nicht bekannt. Eine Streifenpräsenz erfolge daher weiterhin nur im normalen Rahmen, heißt es abschließend.
Viele Eltern reagieren auf diese Aussage sehr besorgt. Gerade in Zeiten, in denen Sicherheitsrisiken für Kinder an öffentlichen Orten ein großes Thema sind, erscheint die bisherige Reaktion der Behörden unzureichend. Zwar werden Präventionsmaßnahmen an Kindergärten, Grundschulen und weiterführenden Schulen regelmäßig durchgeführt, gezielte Kontrollen an betroffenen Bushaltestellen gibt es bislang jedoch offenbar nicht.
Die Polizei empfiehlt Eltern im aktuellen Fall lediglich, mit ihren Kindern über sicheres Verhalten zu sprechen und verweist auf Handlungsempfehlungen zum Thema „Ansprechen von Kindern“.
Elternvertreter fordern jedoch, dass die Sicherheit an Schulwegen konsequenter überprüft wird – für viele Familien ist das Vertrauen in den Schutz der eigenen Kinder schlichtweg nicht verhandelbar.