Am Montag bekamen die Fraktionspolitiker im Land den neuen Terminkalender vorgelegt und siehe da: Auf einmal ein neuer Termin am 13. Februar. Der Spatenstich zum Bauprojekt am Albaufstieg der A8. Eine politische Entscheidung?
Die Autobahn GmbH betitelt den neuen Termin als starkes Zeichen für die Region. Es braucht aber auch nicht viel, um die Umstellung mit einem anderen Termin zu verbinden: Die Landtagswahlen am 8. März. Kaum vorstellbar, dass es sich dabei nicht um eine Wahlkampf-Entscheidung handelt. Zwar werden sowohl Ministerpräsident Winfried Kretschmann als auch Landesverkehrsminister Winfried Hermann nicht weiter in Entscheidungspositionen sitzen, doch Grünen-Kollege und Spitzenkandidat Cem Özdemir verfolgt die gleichen Ziele beim A8-Ausbau.
Damit der Spatenstich nicht ganz leer dasteht, passiert in den eineinhalb Jahren bis zum Baustart doch ein bisschen was. Laut Autobahn GmbH wird die erste Grundbohrung stattfinden, ein Entwässerungssystem und die Stromversorgung werden verlegt. Arbeiten, die wahrscheinlich auch ein paar Monate vor dem Baustart ausgereicht hätten. Sowohl SPD als auch FDP kritisieren den Spatenstich als Fake-Termin.
Auch die betroffenen Kommunen in Mühlhausen und Hohenstadt wurden von den Terminverlegung reichlich überrascht. Negativ dürften sie es nicht aufnehmen, schließlich wünschen sich die Bürger seit Jahren weniger Verkehr vor der Haustür. Ob die Arbeiten aber durch einen früheren Spatenstich auch früher erledigt sind, ist zu bezweifeln. Kurios: Am Tag des Spatenstichs findet in Hohenstadt der große Fasnetsumzug statt. Da gibt’s beim politischen Termin direkt Konfetti und Gutzle.