Es war ein klassischer Ulmer Fußballabend: dichter Nebel über dem Donaustadion, Flutlicht, Abstiegsdruck. 9.617 Zuschauer sorgten für eine starke Kulisse, Gästefans waren keine im Stadion. Die Hoffnung auf den Befreiungsschlag war spürbar. Am Ende blieb Ernüchterung.
Der SSV Ulm startete mutig und belohnte sich früh. In der 12. Minute trat Leon Dajaku einen Freistoß direkt aufs Torwarteck. Hoffenheims Keeper Petersson sah dabei nicht gut aus, der Ball rutschte halbhoch ins Netz zum 1:0. Das Stadion war da, die Spatzen hatten das Spiel zunächst im Griff.
Ulm verteidigte kompakt, ließ Hoffenheim viel Ballbesitz, aber kaum klare Chancen zu. Kurz vor der Pause dann der Rückschlag: Ein weiter Einwurf, ein schneller Lauf in die Tiefe – Deniz Zeitler entwischte der Ulmer Defensive, umkurvte Schmitt und schob zum 1:1 (39.) ein. Ein unnötiger Gegentreffer in einer Phase, in der Ulm stabil wirkte.
Nach dem Seitenwechsel blieb es intensiv. Ulm hatte die große Möglichkeit zur erneuten Führung: Dajakus Flanke segelte auf den langen Pfosten, Löder kam frei zum Kopfball, setzte ihn jedoch am Pfosten vorbei (65.). Das war die Schlüsselszene.
Statt 2:1 für Ulm fiel wenig später das Tor auf der anderen Seite. Ein Missverständnis im Mittelfeld, Zeitler bekam erneut zu viel Raum, lief allein auf Schmitt zu und traf diesmal zur 1:2-Führung für Hoffenheim II (78.).
Von diesem Moment an kippte die Partie sichtbar. Hör zog clever einen Freistoß gegen El-Zein, Hoffenheim hielt den Ball weit vom eigenen Tor fern. Ulm kam kaum noch ins letzte Drittel.
In der 88. Minute dann die endgültige Entscheidung: Nach einem Abschlag von Petersson war Ulm komplett offen. Zeitler lief erneut durch, Schmitt verhinderte mit starkem Reflex dessen dritten Treffer, doch Oskar Hencke staubte zum 1:3 ab. Spätestens jetzt war das Spiel entschieden.
Mit dem 1:2 hatte sich das Stadion bereits merklich geleert. Nach dem 1:3 war das Donaustadion im Nebel nahezu komplett leer.
Fünf Minuten Nachspielzeit wurden angezeigt, doch es deutete wenig darauf hin, dass Ulm die nächste empfindliche Niederlage noch würde abwenden können. 180 Sekunden waren bereits verstrichen, ohne dass Hoffenheim auch nur den Hauch einer Gefahr zuließ. Die Spatzen kamen kaum noch in gefährliche Zonen.
Hoffenheim wechselte routiniert durch, nahm mit Zeitler den Matchwinner vom Feld und brachte die Partie souverän über die Zeit.